Leonardo Padura

Der Mann, der Hunde liebte

Roman
Cover: Der Mann, der Hunde liebte
Unionsverlag, Zürich 2011
ISBN 9783293004252
Gebunden, 730 Seiten, 28,90 EUR

Klappentext

Aus dem kubanischen Spanisch von Hans-Joachim Hartstein. "Tötet ihn nicht! Dieser Mann muss reden", rief der schwer verwundete Trotzki seinen Leibwächtern zu, als sie sich auf den Mann stürzten, der ihn mit einem Eispickel niedergeschlagen hatte. Leonardo Padura bringt ihn zum Sprechen. Ein rätselhafter Mann, der mit seinen beiden Windhunden am Strand spazieren geht, erzählt dem kubanischen Schriftsteller Ivan die Geschichte des Trotzki-Mörders Ramon Mercader. Doch woher kennt dieser Unbekannte all die Facetten aus Mercaders Leben? Leonardo Paduras Roman führt uns an verschiedenste Schauplätze der Weltrevolution: ins Bürgerkriegsspanien, nach Moskau während der stalinistischen Schauprozesse, ins Mexiko Frida Kahlos und Diego Riveras, ins Prag von 1968, nach Kuba. Seine Prosa erweckt die Protagonisten zu neuem Leben, zeigt sie in ihrer Bereitschaft zur völligen Selbstaufgabe zugunsten einer Ideologie und zieht die Bilanz der gescheiterten Utopien eines Jahrhunderts.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.05.2011

Knut Henkel liest diesen aufwendig recherchierten historischen Roman von Leonardo Padura auch als Signal für die Reformen im Land Castros. Das Buch nämlich, so kritisch es den Sozialismus unter die Lupe nimmt, wird in Havanna verkauft. Und zwar gut. Für Henkel liegt das an Paduras Fähigkeit, Fiktion und Historie zu verknüpfen, wenn er die Lebenswege Trotzkis und seines Mörders Ramon Mercader parallel nachzeichnet und nebenher Stalins Diktatur vorführt. Den sozialistischen Traum, erkennt Henkel, unterzieht der Autor hier einer ganz persönlichen Einschätzung.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.03.2011

Der als Kriminalautor bekannte Kubaner Padura hat in einem historischen Roman die Geschichte des 1978 auf Kuba gestorbenen (aber in Moskau beerdigten) katalanischen Trotzki-Mörders Ramon Mercader (Deckname: Jaime Lopez) nacherzählt, so Tobias Gohlis. Anhand einer einzigen fiktionalen Figur (dem kubanischen Schriftsteller Ivan) und in mehreren Erzählsträngen und Rückblenden lüftet Padura vor dem Hintergrund des noch 1989 auf Kuba "real existierenden Stalinismus" das verwickelte Geheimnis um den als von Padura geschichts- und eigenschaftslos charakterisierten Agenten in russischen Diensten. "Padura psychologisiert nicht, er referiert", resümiert der Rezensent, den der Roman gefangen genommen zu haben scheint. Ausdrücklich erwähnen tut er das nicht.

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