Das Porträt Che Guevaras von Alberto Korda ist das meistreproduzierte Foto der Welt. Doch der kubanische Fotograf, der eigentlich Alberto Diaz hieß, hat nicht nur mit diesem Bild Geschichte geschrieben. Mit Mitte 30 war er der erste gefeierte Modefotograf auf der Insel. Dann kam mit Fidel Castro und Che Guevara die Revolution nach Kuba, und Korda wurde ihr Fotograf. Er dokumentierte den Marsch der bärtigen Revolutionäre, war 1963 beim ersten Staatsbesuch Castros in der Sowjetunion dabei. Kurz vor seinem Tod im Mai 2001 stellte Korda die schönsten Bilder seiner Zeit als Privatfotograf Fidel Castros und der kubanischen Revolution zu diesem Buch zusammen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2004
Rose-Maria Gropp attestiert dem Bildband mit Fotografien von Alberto Diaz eine "Vitalität", die den "Betrachter nachgerade anspringt. Diaz, der unter dem Namen Korda Kubas berühmtester Fotograf wurde, hat unter anderem mit seinem Porträt des Che Guevara das wohl "meistreproduzierte" Foto der Geschichte gemacht, informiert die Rezensentin. Der Band dokumentiert den Werdegang Kordas vom Mode- und Werbefotografen zum Fotografen der kubanischen Revolution, wobei das Besondere an seinen Bildern der "Zauber der Bewegung" ist, wie die Rezensentin findet. Sie räumt ein, dass der Herausgeber Christophe Loviny weder im Vorwort noch in seinem den Fotos zur Seite gestellten kurzen historischen Abriss die Schattenseiten der kubanischen Revolution anspricht. Trotzdem lobt sie es als "Verdienst" des Herausgebers, erstmals das "Korda-Archiv" gesichtet und mit seinem "sorgfältig aufgemachten" Bildband diese "kraftvollen Bilder" einem großen Publikum zugänglich gemacht zu haben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.09.2003
Als "fotografisches Vermächtnis" Alberto Kordas würdigt Rezensentin Susanne Ostwald diesen von Christophe Loviny herausgegebene Bildband, der viele vom Fotografen selbst kommentierte Bilder enthält, die es bisher nicht zu sehen gab. Anhand des Bildbandes kann man nun die Entwicklung Kordas vom einstigen Modefotografen zum wichtigsten Bildchronisten der kubanischen Revolution nachvollziehen, der Castro und seinen Kampfgefährten niemals von der Seite wiche, freut sich Ostwald. So lasse das Buch dem lange im Dunklen verbliebenen Fotografen Gerechtigkeit widerfahren und gebe außerdem einen, wenn auch bisweilen "allzu distanzlosen", historischen Abriss der Revolution, hält Ostwald fest. Sie erinnert an die jüngsten Repressionen gegen Oppositionelle in Kuba und stellt fest, dass sich auch bei Revolutionsromantikern und Freunden des Karibikstaates Ernüchterung breit macht. Insofern erscheine das Buch nicht gerade zur besten Zeit. Nichtsdestoweniger bleibe die Freude an Kordas "wunderbaren Bildern", "die nicht nur der Legendenbildung dienen können, sondern nicht zuletzt von großem historischem Wert sind."
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