Said Sayrafiezadeh

Eis essen mit Che

Roman
Cover: Eis essen mit Che
Aufbau Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783351032982
Gebunden, 270 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Bettina Abarbanell. Said Sayrafiezadeh hat einen ungewöhnlichen Namen, und ungewöhnlich sind auch seine Eltern. Ausgerechnet im Herzland des Kapitalismus sehnen sie die kommunistische Neue Welt herbei. Um der Revolution willen verlässt der Vater die Familie. Mit zu wenig Liebe, Weintrauben und Skateboards wächst der Junge auf. Aber eines Tages wird er alle Güter und alle Liebe dieser Welt besitzen - am Tag der Weltrevolution.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.11.2010

Ganz gerührt legt Rezensent Reinhard Helling das Buch von Said Sayrafiezadeh beiseite. Dabei hat der Mann mit den iranischen Wurzeln und dem unausprechlichen Namen, mit der Kindheit in Brooklyn, ohne Vater, dafür mit einem gehörigen Schuss sozialistischer Sozialisierung (bis hin zum Trauma), gar keinen Roman geschrieben, wie es der deutsche Verlag gern hätte und anpreist. Allenfalls sei es ein autobiografischer Bericht, szenisch, episodisch. Helling gefällt das, nicht zuletzt, weil der Erzähler so sympathisch verwirrt, traurig und einsam ist und dafür sehr poetische Sätze und Bilder findet. Humor hat er auch, der stillen Sorte. Nur ein Roman ist es eben nicht.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.11.2010

Tanya Lieske hat dieser Roman offenbar gefallen, auch wenn sie sich in ihrer Besprechung nicht zu einem eindeutig positiven Urteil hinreißen lässt. Zunächst einmal stellt sie jedoch klar, dass es sich bei diesem Roman nicht um Fiktion handelt, sondern die wahre Geschichte von Said Sayrafiezadeh, der darin seine Geschichte als Sohn ernsthaft trotzkistischer Eltern in den USA erzählt, die ihm etwa keine Weintrauben gönnen, solange die Gewerkschaft der Landarbeiter streikt. Lieske betont jedoch, dass  Sayrafiezadeh nie in den Tonfall einer Abrechnung verfällt, und bei aller Komik nie in die Farce. Als sehr bitter, aber ganz hervorragend geschrieben empfindet sie die Passagen, die sich mit dem entfremdeten Vater befassen, der die Familie verlassen hat, als der Junge neun Monate alt war - um sein Leben dem Klassenkampf zu verschrieben.

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