Lena Gorelik

Lieber Mischa

... der Du fast Schlomo Adolf Grinblum geheißen hättest, es tut mir so leid, dass ich Dir das nicht ersparen konnte: Du bist ein Jude
Cover: Lieber Mischa
Graf Verlag, München 2011
ISBN 9783862200122
Gebunden, 184 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Lena Gorelik gehört der neuen Generation junger Juden in Deutschland an, die sich über ihre Zukunft, nicht über ihre Vergangenheit definieren wollen. Dazu passt perfekt, dass sie gerade Mutter geworden ist: In diesem Buch erklärt Lena Gorelik ihrem Sohn nicht nur präventiv, wie er sich später einmal ihrer mütterlichen Fürsorge entziehen kann. Sondern auch, warum bei Festen immer viel geweint wird, obwohl seine Eltern nicht gläubig sind. Warum sein Großvater lieber Sudokus macht als in der Thora liest. Warum er auf seine Nase und seine Ohren stolz sein kann. Wie er die Weltherrschaft erlangt, auch wenn er kein Rothschild ist. Wie er es auf die Liste der zehn coolsten Juden der Welt schafft und, wie er sich Leute charmant vom Leib hält, die mit Leuchten in den Augen sagen: Waas, du bist wirklich Jude?!

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.09.2011

Sehr eingenommen zeigt sich Ulrich M. Schmid von dieser "Anleitung zum Judentum", die Lena Gorelik vorgelegt. Wie er berichtet, nahm die 1981 geborene jüdische Deutsch-Russin, die seit 1992 in Deutschland lebt, die Geburt ihres Sohnes zum Anlass, diesem eine "rotzfreche Denkschrift" über das Judentum zu schreiben. Goreliks Judentum hat in seinen Augen weniger mit Religion als mit einem Habitus, mit Verhaltensweisen, Wertvorstellungen, Humor. In dem Buch findet er unter anderem eine Liste der "zehn coolsten Juden" der Weltgeschichte und eine der berühmtesten Antisemiten. Das Ganze kommt zu seiner Freude scherzhaft, ironisch und auch selbstironisch daher, regt aber gleichwohl immer wieder zum Nachdenken an.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.05.2011

Eine von Ironie durchbrochene Liebe zur eigenen jüdischen Identität bescheinigt Hannah Lühmann der Autorin. Ohne Zweifel, ob und wie man über Juden lachen darf, hat Lena Gorelik für sich geklärt. Der Rezensentin imponiert sie mit nonchalantem Humor und brillanter wie bösartiger Eloquenz. Allerdings weiß Lühmann nicht so genau, ob das noch Literatur ist, wenn Gorelik über ekliges jüdisches Essen, Verschwörungstheorien und Hakennasen fabuliert oder doch eher Journalismus, Kolumnen, Glossen. Zu wenige erzählerisch erscheint ihr der Text, zu sehr anekdotisch, akkumulierend, kommentierend.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2011

Überaus entzückt ist der Rezensent Jochen Hieber von diesem jüngsten Buch der trotz ihrer jungen Jahre schon mit mehreren Romanen hervorgetretenen Autorin Lena Gorelik. Eigentlich, meint er, wollte sie die Identitätsfrage, die sie als aus Russland stammende, seit ihrer Kindheit in Deutschland lebende Jüdin bislang stets literarisch noch umtrieb, endlich hinter sich lassen. Das ging wieder nicht, denn nun wurde sie Mutter und verfasste den fiktiven Brief einer Mutter an ihren Sohn. Dieses Buch ist, begeistert sich Hieber, voller komischer "Kabinettstücke" und enthalte viel Wahres zur Mutterwerdung und zu den Verhältnissen von Müttern und Kindern. Reich an "Arabesken" sei das Ergebnis, der barocke Titel kein Zufall und es fehle auch das romantische Element nicht.
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