Aus dem Französischen von Regina Keil-Sagawe. Algier im Zeichen des allgegenwärtigen Terrors. Fatima, eine moderne junge Frau, von Beruf Hebamme, wird von islamistischen Terroristen entführt, in ein Lager in den Bergen verschleppt und mehrfach vergewaltigt. Monate später taucht sie wieder auf, hochschwanger, verkrüppelt, seelisch zerstört. Sie versteckt sich in einem Frauenhaus, bringt ein Mädchen zur Welt und beginnt ein Doppelleben, nachts geht sie als Prostituierte auf Freierfang, ihr Operationsbesteck immer griffbereit und über finstere Rache sinnierend; tagsüber stopft sie sich mit Psychopharmaka voll. Als ihr ihr ehemaliger Verlobter Rachid über den Weg läuft, geht sie mit ihm nach Paris und hofft auf ein Ende ihrer Alpträume. Aber die Vergangenheit holt sie auf erschreckende Weise ein. Leila Marouane lässt eine algerische Frau rückblickend ihre Lebenskatastrophen erzählen, die in ein schockierend-makabres Finale münden. Nur nach und nach wird offenbar, durch welche Hölle Fatima gegangen ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.01.2006
Ein "spannender Roman", der einen "wichtigen Beitrag zum Verständnis traumatisierter Opfer und zu der Aufarbeitung des algerischen Krieges" leiste, findet Heinz Hug. Fatima Kosra ist eine Hebamme, die von Islamisten entführt und vergewaltigt wird. Als sie freikommt, prostituiert sie sich, bis sie mit ihrer Jugendliebe nach Paris geht. Eigentlich stimmig erzählt, meint der Rezensent und legt Wert auf die Geschichte im Hintergrund: Das Problem der Familien in Algerien, die ihre geschändeten Töchter oft nicht wieder aufnehmen. Zu seinem Leidwesen macht er aber auch einige Längen aus: da die Protagonistin ihre schrecklichen Erlebnisse nicht verarbeitet, dominieren stellenweise Alltagsschilderungen. Und die seien nun mal alltäglich, seufzt Hug. Insgesamt aber hält er "Die Bestrafung der Heuchler" für ein aufschlussreiches Buch, das auch durch die genaue Übersetzung lebendig wirke.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.01.2006
Ein "spannender Roman", der einen "wichtigen Beitrag zum Verständnis traumatisierter Opfer und zu der Aufarbeitung des algerischen Krieges" leiste, findet Heinz Hug. Fatima Kosra ist eine Hebamme, die von Islamisten entführt und vergewaltigt wird. Als sie freikommt, prostituiert sie sich, bis sie mit ihrer Jugendliebe nach Paris geht. Eigentlich stimmig erzählt, meint der Rezensent und legt Wert auf die Geschichte im Hintergrund: Das Problem der Familien in Algerien, die ihre geschändeten Töchter oft nicht wieder aufnehmen. Zu seinem Leidwesen macht er aber auch einige Längen aus: da die Protagonistin ihre schrecklichen Erlebnisse nicht verarbeitet, dominieren stellenweise Alltagsschilderungen. Und die seien nun mal alltäglich, seufzt Hug. Insgesamt aber hält er "Die Bestrafung der Heuchler" für ein aufschlussreiches Buch, das auch durch die genaue Übersetzung lebendig wirke.
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