Die sicherheitspolitische Lage gleicht einem Pulverfass. Russland führt einen großen Krieg in der Ukraine, der sich zugleich gegen die europäische Sicherheitsordnung richtet. In Asien rasselt China mit den Säbeln und droht damit, Taiwan mit Gewalt einzunehmen. Der globale Frieden, der nach dem Ende des Kalten Krieges eingekehrt schien, ist bedroht. Ulrich Speck macht in seinem politischen Sachbuch deutlich, dass die Eskalation der Weltlage gezielt von zwei revisionistischen Weltmächten vorangetrieben wird. Er zeigt, dass Russland und China eine gemeinsame Agenda verfolgen, um die westlich-freiheitliche Weltordnung zu überwinden. Der Westen reagiert darauf bisher mit Verunsicherung. Wenn es nicht zu einem entschlossenen Kurswechsel kommt, stehen uns dunkle Zeiten bevor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.06.2025
Rezensent Thomas Speckmann erlangt wichtige Erkenntnisse über geopolitische Dynamiken aus diesem Buch. Ulrich Speck stellt darin dar wie Russland und China versuchen, die Vormachtstellung der USA und ihrer westlichen Verbündeten zu untergraben, wobei es ihnen durchaus um Systemkonkurrenz beziehungsweise die Schwächung demokratischer Prinzipien geht. Auf dem Cover sind Xi Jinping und Putin abgebildet, Speckmann fragt sich, ob nicht auch Trump abgebildet hätte werden sollen angesichts seiner antidemokratischen Ansichten, wobei er im Anschluss darstellt, dass sich die erste Amtszeit des jetzigen Präsidenten durchaus in die Kontinuität amerikanischer Außenpolitik fügt. Der Kritiker stellt dar, wie Trump eine realistischere China-Politik begonnen hatte, wobei in seinem ersten Kabinett auch Stimmen vertreten waren, die nach wie vor auf eine wirtschaftliche Integration der aufstrebenden Weltmacht setzten. Tatsächlich bleibt Trumps eigene Haltung zu China ambivalent, was sich nun allerdings, da seine Administration einen härteren Tonfall anschlägt, ändern könnte, so Speckmann mit Speck. Insgesamt zeigt dieses Buch, dass das Handeln Xis und Putins ohne Trump nicht zu erklären ist, glaubt der angetane Rezensent.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…