Aus dem Ungarischen von György Budea. Ein absurd-komischer Bericht von den Schrecknissen des Abgerichtetwerdens: Laszlo Garaczi führt seinen Erzähler, dem der Eintritt in ein befriedigendes Liebes- und Sexualleben nicht so recht gelingen will, mit der Aufnahme in den Militärdienst tiefer in die goldenen Jahre des ungarischen Sozialismus hinein. Aber dieses Buch ist keine Militärklamotte, es ist keine humoristische Erinnerung an Albernheiten eines ohnehin belachten Systems und es ist auch keine Anklage gegen die Inhumanität dieses Systems! Unmenschlichkeit und Brutalität hat der Erzähler lange vor dem Militär kennengelernt, schon in der Schule, schon in der Familie (Territorien, die Garaczi schon in seinem zweiteiligen Roman Die wunderbare Busfahrt erkundet hat); Unmenschlichkeit steckt gewissermaßen im Herzen dieser Welt, Erniedrigung und Missbrauch gehören zum täglichen Geschäft der Menschen, das Militär ist nur ein weiterer Schauplatz, an dem diese Fähigkeiten brillant trainiert werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2011
Einen sprachmächtigen Autor hat Ilma Rakusa uns vorzustellen. Und ein haarsträubendes Männerbuch, zwischen Komik und Entsetzen changierende Einblicke in den ungarischen Kasernenalltag und ein "fast heiteres Finale" inklusive. Zuvor aber hat der etwas ungelenke Held einiges durchzustehen, Latrinendienst, Prügelstrafe, die Bekanntschaft eines Lemuren. Rakusa gefällts, der Held bleibt in Erinnerung, genau wie das Budapest der 70er, das Laszlo Garaczi so "registerreich", das Erwartbare, Oberflächliche berührend, beschwört.
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