Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen - so wird der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt gerne zitiert. Wie politische Pragmatiker und Intellektuelle in CDU und SPD um die großen politischen Streitfragen seit den 1970ern rangen und wer oder was ein Parteiintellektueller ist, erzählt dieses Buch. Der "Kampf um Konsens" ist eine Vorgeschichte der politischen Gegenwart.
Das Buch lenkt den Blick auf die großen Streitfragen, die das Land in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts bewegten. Genauer: auf vier Politiker (Kurt Biedenkopf, Heiner Geißler, Erhard Eppler und Peter Glotz), die als Intellektuelle dabei kräftig mitmischten. Es analysiert jene Debatten, um der Figur des Parteiintellektuellen Kontur zu geben und zugleich den programmatischen und kulturellen Wandel der beiden deutschen Volksparteien seit dem Ende des Nachkriegsbooms zu erforschen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.09.2017
Peter Hoeres horcht auf, wenn Lars Tschirschwitz je zwei Vordenker von CDU und SPD untersucht. Fleißig nennt er diese Arbeit, die Eppler, Glotz, Biedenkopf und Geißler laut Rezensent vor dem Background von Anselm Doering-Manteuffels und Lutz Raphaels Strukturbuches von 1972 zu behandeln versucht. Ohne durchschlagenden Erfolg allerdings. Denn was einen Partei-Intellektuellen ausmacht, vermag ihm der Autor nicht in Gänze zu beantworten. Das liegt für Hoeres einerseits an der disparaten Quellenlage, andererseits aber auch daran, dass der Autor nicht alle archivalischen Möglichkeiten ausgeschöpft hat, wie Hoeres bemängelt.
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