Larissa Boehning

Nichts davon stimmt, aber alles ist wahr

Roman
Cover: Nichts davon stimmt, aber alles ist wahr
Galiani Verlag Berlin, Berlin 2014
ISBN 9783869710877
Gebunden, 320 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Matthias gibt den Frauen nur, was sie wollen; er ist kein schlechter Mensch. Dass er seiner Mutter erzählt, er werde wahrscheinlich bald in den diplomatischen Dienst aufgenommen, ist eine Art Notlüge zur Rettung des Selbstbewusstseins. Er kann ja schlecht zugeben, dass er von der Versicherung, bei der er Vertreter war (in ihren Augen ohnehin ein unwürdiger Job), gerade gefeuert wurde. Seiner Nachbarin erzählt er, er suche seine entlaufene Katze (obwohl es die eines anderen ist) - wie sonst hätte er mit ihr in Kontakt kommen und eine Affäre anfangen können? Und die verschiedenen Profile in den Dating-Börsen des Internets braucht er nur zum Geldverdienen; sein Herz hängt da nicht dran. Als er Annemarie Funk, eine todkranke, einsame Frau kennenlernt, drängt er sich nicht auf...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.08.2014

Zu Beginn wirkt Larissa Boehnings Roman "Nichts davon stimmt, aber alles ist wahr" wie die desinfizierte Liebesgeschichte zwischen zwei "vom Lebenserfüllungsstress gebeutelten Premium-Singles", berichtet Eberhard Falcke, aber dieser erste Eindruck täuscht, verspricht der Rezensent. Denn es tut sich eine spannende Dreieckskonstellation auf, als eine reiche, ältere Witwe ins Spiel kommt, der er ans Geld möchte, und mit der sie sich anfreundet, verrät Falcke. Schnell verschwimmt, welche der Figuren worüber warum die Wahrheit sagen - oder eben nicht, warnt der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 26.04.2014

Larissa Boehnings Generationenroman ist glänzend recherchiert, und auch dass Boehning, im Brotjob Grafikdesignerin mit Tuchfühlung zur Werbeindustrie, ihrem hier geschilderten Setting beruflich nahe steht, komme dem Buch letzten Endes zugute, meint Rezensent Rene Hamann. Doch stört ihn das Fehlen jeder Figurenanalyse und eine plausible psychologische Grundierung. Stattdessen emotionalisiere Boehning stark und neige zu einem parfümierten Stil und schiefen Bildern. Am Ende bleibt für Hamann nur "emotionaler Kitsch".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.03.2014

Hymnisch bespricht Rezensentin Meike Fessmann Larissa Boehnings dritten Roman "Nichts davon stimmt, aber alles ist wahr". Zunächst lässt sich die Kritikerin von den behaglichen Bildern dieser pointiert erzählten Geschichte um die Texterin Juliane, die sich in ihren Nachbarn Matthias verliebt, verzaubern - bis sie schließlich die zahlreichen Falltüren des Romans entdeckt: Julianes Nachbar entpuppt sich als Erbschleicher, der bei einer alten krebskranken Dame namens Annemarie einzieht und diese verführt, und auch Juliane selbst schleicht sich bei Annemarie mit dem Vorwand ein, ihre Memoiren zu schreiben, um Matthias zu beobachten. Während die Rezensentin diesen "halsbrecherischen Parcours der Gefühle" mit Spannung liest und darüber hinaus auch die authentischen Dialoge und das Einfühlungsvermögen der Autorin lobt, erscheint ihr die in den Text verwobene Geschichte um Annemaries erschütternde Kindheit als klares Meisterstück dieses herausragenden Romans.
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