Tim Krohn

Nachts in Vals

Cover: Nachts in Vals
Galiani Verlag Berlin, Berlin 2015
ISBN 9783869711164
Gebunden, 160 Seiten, 16,99 EUR

Klappentext

Die Gründe, warum sie ihren Weg in die Therme hoch oben in den Bergen finden, sind vielfältig - alle Figuren in Tim Krohns "Nachts in Vals" eint allerdings eins: Der Aufenthalt dort wird ihr Leben verändern. Ob um gemeinsam mit der Mutter über eine ungewollte Schwangerschaft nachzudenken, um eine noch junge Liebe zu feiern, als Barmusiker den Lebensunterhalt für die Familie zu verdienen, in sich zu gehen, neue Bekanntschaften zu machen oder eine in alle Welt verstreute Familie zu einem Jubiläum zu vereinen - der Aufenthalt im Ort mit dem vielleicht schönsten Sternenhimmel der Schweiz und dem berühmten Hotel ist für sie alle, mit ihren unterschiedlichsten Motivationen, das Richtige. Da sind Aiuoletta und Luca, das frisch verliebte Teenager-Paar, das an der Rezeption feststellen muss, dass das Geld bestenfalls für zwei Nächte reicht - die beiden nehmen ein billiges Zimmer im Ort, schmuggeln sich heimlich ins Hotel und erleben eine abenteuerliche Nacht in der Therme, die ihn zur ersten Notlüge zwingt und die ihre Beziehung einschneidend verändert. Da ist ein gescheiterter Trompeter, der als Barmusiker sein Geld verdient - und im Maschinenraum des Hotels einen Ort entdeckt, an dem er endlich zu seinem ureigenen Ton findet. Da ist eine junge, ungewollt schwangere Frau, und da ist ein alter Schriftsteller, der sich angesichts des längst herbeigesehnten Todes vom Zyniker zum staunenden Jungen zurückverwandelt. Die Geschichten Tim Krohns umfassen die ganze Spanne des menschlichen Lebens, alle spielen am selben Ort, und in jeder spannt der Himmel sein Sternenzelt aus: Die Nacht in Vals wird zum Wendepunkt im Leben der Protagonisten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.01.2016

Rezensent Christoph Schröder genießt das Leuchten in einigen der hier versammelten Geschichten von Tim Krohn. Dazu kommt es immer dann, wenn die allesamt in einem Schweizer Spar spielenden Miniaturen zu schweben beginnen, erklärt er. Es geht um biografische Wendepunkte im Leben acht unterschiedlicher Figuren, so Schröder, der die Strategie des Autors in der Vereinigung von märchenhaftem Ton und erhabener Natur zu erkennen meint. Das auf die Art im Zusammentreffen von Trauer, Hoffnung und Erlösungsgedanken entfachte "Zauberpotenzial" scheint Schröder bemerkenswert.
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