Tim Krohn

Der Geist am Berg

Cover: Der Geist am Berg
Galiani Verlag Berlin, Berlin 2010
ISBN 9783869710228
Gebunden, 79 Seiten, 13,95 EUR

Klappentext

Eine Liebe, ungestüm wie ein Gewitter im Gebirge. Ein modernes Märchen vom Schweizer Bestsellerautor Tim Krohn über eine wilde Grenzgängerin zwischen Alp und Tal, zwischen den Zeiten und zwischen Freiheit und Liebe. Hoch oben in den Bergen, auf der steinernen Alp, lebt Stine mit ihrer Mutter und dem Knecht Severin. Stine hasst das Tal, niemals will sie weg von der Alp, sie liebt es, mit dem Schatten um die Wette zu laufen, der am Abend über den Grat kriecht. Doch der Berg zerfällt, Geröll hat die Wiesen bedeckt. Immer wieder werden Ziegen von Steinen erschlagen. Als das Geld allzu knapp wird, tritt sie einen Job in der Bar des nahen Grandhotels an. Dort trifft sie Bruno, den sie mit ihrem rauen Gesang und ihrer Wildheit verzaubert. Als Bruno zurück zu seiner Verlobten nach Genf fährt, besteigt Stine zum ersten Mal in ihrem Leben den Bus in die Stadt. Auf der Suche nach Bruno muss Stine lernen, sich in der Gegenwart der Hotelbars und der Großstadt zurechtzu finden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.07.2011

Voll des Lobes ist Sabine Doering für Tim Krohns schönes Büchlein "Geist am Berg". Ein Märchen aus unseren Tagen hat die Kritikerin gelesen, die Krohns Qualitäten als "postmoderner Märchenerzähler" bereits unter Beweis gestellt und auch hier bestätigt findet. Heldin der Geschichte ist die Alpenschönheit Stine, wie Doering mitteilt. Von ihrem Almidyll ins Tal hinabgestiegen, verliebt sie sich in einen Städter, dem sie blindlings ins mondäne Genf folgt und dort unverhofft mit dessen Verlobter konfrontiert wird. Ihre Rache, vollzogen in einem trüben Gewässer, weist Stine in den Augen der Rezensentin letztlich aber weniger als Bergfee denn als Wassernymphe aus - Undine und Melusine lassen grüßen. Zum Spiel mit dem Mythos geselle sich dann noch so manch tagesaktueller Diskurs etwa aus den Bereichen Ökologie, Marxismus oder Feminismus, staunt die Rezensentin. Und gerade jener zwischen Archaik und Postmoderne hergestellte Beziehungsreichtum ist es, der Doering ins Schwärmen kommen lässt.
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