Dirk Brauns

Im Inneren des Landes

Roman
Cover: Im Inneren des Landes
Galiani Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783869710655
Gebunden, 222 Seiten, 16,99 EUR

Klappentext

Das Buch beginnt 24 Stunden vor dem Schuss. Ohne dass der eine es weiß und der andere es wirklich will, rasen sie in Kollisionskurs aufeinander zu: Ingo Kern, zu DDR-Zeiten Offizier im mecklenburg-vorpommerschen Militärstandort Eggesin, heute dank damals erworbener Führungserfahrung leitender Personalberater der Deutschen Bahn. Der andere: Stefan Brenner, einst einer von Kerns Rekruten, jetzt Autohaus-Prüfer, der eigentlich weiträumig die ostdeutschen Bundesländer meidet. Doch ein dringender Auftrag führt ihn an den Ort, an den er eigentlich nie mehr zurück wollte: Eggesin. Wie in einer griechischen Tragödie nimmt das Schicksal unabänderlich seinen Lauf.
In Stefan Brenner kommen die Erinnerungen an damals hoch, als sein bester Freund, schikaniert von Ingo Kern, seinem Leben ein Ende setzte; aber auch die Schuldgefühle von jetzt treiben ihn um: Denn Stefan ist verheiratet mit der ehemaligen Freundin jenes besten Freundes, die er still verehrte und die er schon am Tag, an dem er ihr vom Tod des Freundes erzählte, zum ersten Mal küsste. Ingo Kern dagegen beginnt gerade ein neues Leben: Er trennt sich von der Frau, mit der er in der DDR und über die Nachwendezeit verheiratet war, und zieht aus. Doch sie wird Stefan bei seinem Besuch in Eggesin treffen. Und sie wird ihm sagen, wo er Ingo Kern finden kann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2012

Sehr beeindruckt ist Rezensent Jörg Magenau von Dirk Brauns' Debütroman, der sich ihm als Werk eines geübten und versierten Erzählers präsentiert. Der 1968 geborene Autor, der bereits durch Erzählungen und eine Reportage hervorgetreten ist und als Korrespondent in Peking und Warschau tätig war, lässt hier den früheren NVA-Ausbilder Kern und seinen damaligen Untergebenen aufeinander treffen und die tragische gemeinsame Vergangenheit in einer Katastrophe münden, erfahren wir. Der Autor verzichtet dabei auf ein einfaches Täter-Opfer-Muster, führt seine Figuren nicht vor und macht auch keine zu einfache moralische Rechnung auf, bemerkt der Rezensent dankbar. Vielmehr zeigt er sehr spannend, wie die Vergangenheit die Protagonisten bis in die Gegenwart im Griff hat, und überzeugt Magenau durch seine souveräne Stoffbeherrschung und  kraftvolle Erzählweise, was der Rezensent als "seltene, große Stärke" zu würdigen weiß.
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