Kurt Tucholsky

Kurt Tucholsky: Gesamtausgabe. Texte und Briefe

Band 5: Texte 1921-1922
Cover: Kurt Tucholsky: Gesamtausgabe. Texte und Briefe
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1999
ISBN 9783498065348
Broschiert, 982 Seiten, 50,11 EUR

Klappentext

Tucholsky gehörte zu den Autoren von Trude Hesterbergs "Wilder Bühne" und lieferte die Texte für zwei große Revuen. Gleichzeitig entstanden sein wohl bekanntestes Antikriegsgedicht "drei Minuten Gehör" ("Nie wieder Krieg!"), das am 30.7.1922 bei Kundgebungen in Berlin und im ganzen Reich vorgetragen wurde, und doch hieß es zugleich: "Ach Muse, pack die rote Fahne ein!" In der "Weltbühne", seltener als zuvor, in der pazifistisch orientierten "Welt am Montag" und in der "Berliner Volkszeitung" mahnte er in großen Artikeln wie "Die Erdolchten" oder "Die zufällige Republik" zum Frieden, warnte vor dem wiedererwachten Militarismus, vor verdeckter Zensur und parteiischer Justiz, vor Fememord und Putschbereitschaft. Durch den Rathenau-Mord und das Attentat auf Maximilian Harden sah Tucholsky sich bestätigt; die Wirklichkeit sollte seine düstere Zukunftsvision jedoch weit übertreffen ("Deutsche Richtergeneration 1940"). Schon zur Jahreswende 1921/22, im "Neujahrsgruß an die Geistigen Deutschlands", klingt Resignation an. Nur ein halbes Jahr später wird sie in "Requiem" kulminieren - bald darauf geht Kurt Tucholsky nach Paris.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2000

Thomas Rietzschel befasst sich in dieser Rezension weniger mit den einzelnen bisher erschienenen Bänden der Edition, sondern würdigt vielmehr die Gesamtleistung, die er bis zum jetzigen Zeitpunkt für sehr gelungen ist. Dabei weist er darauf hin, dass diese Ausgabe bei Vervollständigung wesentlich umfangreicher sein wird, als die bisher erschienenen Tucholsky-Editionen, und auch mehr Beiträge enthalten wird als in der Tucholsky-Bibliographie verzeichnet sind. Als besonders sinnvoll hebt er die chronologische Abfolge dieser Edition hervor, die nicht nur Tucholskys Werdegang als Journalist nachzeichnet, sondern auch gleichzeitig ein detailliertes Bild der Zeit malt. "Wie der endlose Essasy einer Epoche" erscheinen dem Rezensenten Tucholskys Aufzeichnungen. Dabei macht Rietzschel zahlreiche spannende Beobachtungen gerade in eher beiläufigen Schilderungen des Autors. Um dies zu veranschaulichen, zählt er deshalb einige Beispiele auf. Zwar räumt er ein, dass "so viel Tucholksy nicht jeder braucht", dennoch hält er gerade die Einbeziehung aller erreichbaren Briefe für eine der größten Verdienste dieser Edition.
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