Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.08.2007
Martin Meyer begrüßt Konrad Paul Liessmanns Essay über die umfassende gesellschaftliche Ausrichtung auf die Zukunft. Mit Zustimmung quittiert er die Diagnose vom Schwund an Gegenwart und die Kritik an einem Heute, das das Leben im Hier und Jetzt mit Trägheit assoziiere und negativ bewerte und fordere, immer auf dem Sprung zu sein, jeder Art von Konkurrenz vorauszugreifen und das - bisher - Undenkbare zu antizipieren. Er unterstreicht Liessmanns Sorge angesichts der von der Beschleunigung des Lebens in der globalisierten Welt der Spätmoderne forcierten "Gegenwartsschrumpfung". Andererseits ist der Mensch für Meyer "anthropologisch" auf Zukunft ausgelegt, schon wegen seines Wissens um die eigene Sterblichkeit. Auch scheint ihm Liessmann die produktiven Energien, die sich aus der Ausrichtung auf die Zukunft ergeben, bisweilen ein wenig zu unterschätzen. Gleichwohl wünscht er sich für die Gegenwart eine Gelassenheit, die um das Verschwinden alles Bestehenden wisse, darin ihren Trost erfahre und das Bedürfnis anerkenne, "um so fröhlicher oder jedenfalls fester in der Gegenwart sich umzutun". Hier gibt es in Meyers Augen jede Menge zu tun.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…