Klaus Wagenbach (Hg.)

Warum so verlegen

Über die Lust an Büchern und ihre Zukunft
Cover: Warum so verlegen
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783803124876
Kartoniert, 160 Seiten, 5,00 EUR

Klappentext

Anlässlich des 40-jährigen Verlagsjubiläums. Warum so verlegen und nicht anders? Diese Frage versucht der Almanach ganz praktisch zu beantworten, anhand eines naheliegenden Beispiels: Warum und wie überlebt ein Verlag, der Bücher ausschließlich nach bestem Wissen und Gewissen veröffentlicht, vierzig Jahre? David packt den Stein aus, und Sie dürfen mitlachen: über gesamtdeutsche Projekte, Träume vom Kollektiv oder den Fredenbeker Bananenaufstand. Über Polizisten, die den Verlag stürmen, und Staatsanwälte, die ihm den Bankrott an den Hals wünschen. Oder mitdenken: über Geschichtsbewusstsein, Anarchie und Hedonismus. Über Karnickel, Kollegen, Kafka. Oder über den berüchtigten roten SALTO zwischen Schwarzer Kunst und Neuer Mitte. Dazwischen können Sie lesen: die schönsten Texte aus vierzig Jahren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.06.2004

Vier Jahrzehnte Wagenbach - Grund genug, in einer Anthologie Rückschau zu halten. Zumal sich in der Geschichte des Verlags auch die Mentalitätsgeschichte der Bundesrepublik spiegelt. Mit Bewertungen des Bandes "Warum so verlegen" hält Harald Hartung sich allerdings zurück - man wird das als Geste des Respekts interpretieren dürfen. Statt dessen zeichnet der Rezensent noch einmal den Weg vom "Enthusiasmus eines Lektors", der sich an Kurt Wolff ein Vorbild nahm, bis zum scherzhaft selbsterklärten "Mitbegründer der Toskanafraktion" nach. Die Anfänge in schwarzem Quart mit Ingeborg Bachmann und Günter Grass. Fast Unbekannte wie Bobrowski, Hermlin und Biermann. Konflikte erst mit der DDR-Führung, dann mit der Springer-Presse. Querelen um Ulrike Meinhofs Hörspiel "Bambule", um die Publikation des Manifests der RAF und des "Roten Kalenders für Lehrlinge und Schüler". Die "Machtkämpfe innerhalb des Verlags", die "grassierende Kollektivierungs- und Literaturabschaffungseuphorie der Linken". Die Neugründung des Verlags. Dann der italienische Programmschwerpunkt mit Pasolini als "Stifter- und Heiligenfigur". Der "Freibeuter". All das kann man, wie der Rezensent, nachlesen.
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