Klaus Rosen

Augustinus

Genie und Heiliger
Cover: Augustinus
Philipp von Zabern Verlag, Darmstadt 2015
ISBN 9783805348607
Gebunden, 240 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Augustinus (354-430) ist nicht nur einer der vier spätantiken Kirchenlehrer, sondern auch einer der bedeutendsten Philosophen an der Schwelle zwischen Antike und Mittelalter. Seine von der Platonischen Philosophie beeinflussten Werke sind noch immer umstritten und gleichzeitig hoch aktuell. Kein geringerer als der emeritierte Papst Benedikt XVI. nutzt Augustinus' Ideenwelt als Inspiration für seine eigenen Werke. In dieser Biografie stellt Klaus Rosen Augustinus jedoch erstmals als historische und nicht als theologische oder philosophische Persönlichkeit in den Vordergrund. Er stellt anschaulich dar, welche historischen Begebenheiten das Handeln und Denken des Augustinus prägten. Indem er den Einfluss der antiken Gesellschaft, der Religionsgesetzte, Augustinus' Auseinandersetzung mit dem Arianismus oder die Auswirkungen der Eroberung seines Bischofssitzes durch die Vandalen zeigt, fügt Rosen unserem Augustinus-Bild zahlreiche neue Aspekte hinzu.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.09.2015

Rezensent Hans-Albrecht Koch gefällt der Fokus des Buches auf das Leben des Augustinus, nicht zuerst auf dessen Schriften. Darüber schreibt der Althistoriker Klaus Rosen lebendig und anschaulich, wie Koch versichert. Der Bezug zwischen Denken und Leben scheint Koch zentral in dieser Biografie, die sich laut Rezensent detailreich auf die Überlieferung und ihre Erkenntnismomente stützt, etwa den Umstand, dass die Taufe in der Hauptquelle der "Bekenntnisse" nur relativ kurz behandelt wird. Angeregt durch die im Band verhandelten Schriften des Augustinus hätte sich Koch einen Blick auf die Nachwirkung des Denkers gewünscht, etwa im Werk Martin Heideggers.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2015

Das Lebensbild des Augustinus, das der Historiker Klaus Rosen hier zeichnet, scheint Uwe Walter bündig, doch mit Längen. Den "Bekenntnissen" zu folgen, wie Rosen es macht, findet er sinnvoll, zumal der Autor seine Kenntnisse der Antike "dezent" einfließen lässt. Allerdings fragt sich der Rezensent, ob es nötig ist, die theologischen Dispute Augustinus' erneut auszufechten, wie es hier geschieht. Noch mehr über die Kirchenstruktur, vor der dies geschah, hätte Walter allerdings gern erfahren.