Justinian war ein Bauernsohn aus Illyrien. Sein Onkel holte ihn nach Konstantinopel und baute ihn zum Nachfolger auf. Dem Emporkömmling gelang es, noch einmal die Kräfte des Römischen Reiches zu bündeln. Energisch trieb er die innere Umgestaltung voran, mit dem Ziel, ein christliches Reich aufzubauen. Doch auf glanzvolle Siege folgten seit 540 militärische Niederlagen und verheerende Naturkatastrophen. Im Kontrast zum frommen Kaiser zeigten sich in dieser Epoche auch ein letztes Mal kraftvoll die heidnischen Lebensformen. Doch diese antike Vielfalt verging unter Justinians Herrschaft.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.05.2012
Grandios gescheitert ist nicht der Autor dieser Biografie über Kaiser Justinian, der Althistoriker Hartmut Leppin, sondern der hingebungsvolle spätantike Herrscher selbst, wie Stefan Rebenich feststellt. Das Buch, mittenmang in der Justinian-Konjunktur, hält er für außerordentlich, da es die Forschung bindet und doch auch ein klares eigenes Bild zeichnet, das dem Kaiser mit all seinen Ambivalenzen sehr gerecht wird, wie Rebenich findet. Die pointierte Schreibe des Autors nimmt den Rezensenten mit in eine apokalyptische Zeit. Er erfährt, wie sich diese im Kaiser spiegelt, und wie sich Justinian dennoch behauptet als Handelnder, nicht als Getriebener.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2012
Das ist doch was! Zu lernen ist aus Hartmut Leppins Versuch, Justinians Kaiserleben als Bildungsroman zu erzählen, laut Andreas Kilb vor allem eines, die schwierige Quellenlage trägt dazu bei: Nicht das Individuum des Politikers zählt, sondern das Zeitalter und seine Eigenschaften, die das politische Tier bilden. Ogott, dann sieht's allerdings schlimm aus. Für Leppins Buch allerdings auch. Bedeutet es doch, dass sein Versuch, ein schlüssiges Chrakterbild des Herrschers zu zeichnen, scheitert. Mit spitzerer Feder gezeichnet hat die Wandlung zum Büßer und Grübler laut Kilb ohnehin ein anderer vor Leppin: Mischa Meier.
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