Klaus Hurrelmann, Gerlinde Unverzagt

Konsum-Kinder

Was fehlt, wenn es an gar nichts fehlt
Cover: Konsum-Kinder
Herder Verlag, Freiburg 2001
ISBN 9783451275814
Gebunden, 192 Seiten, 18,50 EUR

Klappentext

Markenklamotten, Süßigkeiten bis zum Schlechtwerden, eigener Fernseher, Handy und PC, Urlaubsreisen in die fernsten Länder, Reit- und Flötenstunden: Jeder Wunsch wird erfüllt, und zwar sofort. Die Wohlstandskinder haben scheinbar alles. Doch sie können kaum mehr etwas genießen. Kinder brauchen aber mehr als Geld und anderes als Rundumversorgung. Sie müssen Hochs und Tiefs erfahren können, Frustrationen und überraschende Freuden, Mühen ? und Belohnungen. Um im Leben bestehen zu können, brauchen sie die Erfahrung, dass auch Konflikte zu meistern sind. An vielen Beispielen zeigen die Autoren: Weniger ist oft mehr. Nicht um spartanischen Verzicht geht es, sondern um die Entdeckung der vielen kleinen Freuden des Lebens, die nichts mit Konsum zu tun haben und die nicht mit Geld zu kaufen sind.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.03.2002

Kinder sind nicht so, meint Jeanne Rubner und entlarvt das von den Autoren entworfene Bild kleiner Konsumterroristen als "Klischee der Kinder von heute". Gleichzeitig unterstellt sie den Machern, mit ihrem Buch auf der populären Welle "Kinder brauchen Grenzen" zu reiten. Das geht ins Auge. Zum einen, weil die Autoren, wie Rubner schreibt, gewaltig übers Ziel hinausschießen, "wenn sie den Konsum schon bei Kindern als Suchtphänomen beschreiben". Zum andern, weil der Band da, wo es laut Rezensentin tatsächlich spannend hätte werden können (Stichwort: Kinder und Geld; Schulmarketing), höchst kursorisch verfährt: "Statt solider Fakten liest man nur ein paar anekdotische Aussagen". Dass Rubner schließlich selbst von der Literaturliste enttäuscht wird, weil die bloß "Ratgeber mit ähnlichem weltanschaulichem Hintergrund" aufzählt, macht die Besprechung zu einem runden Verriss.

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