Klaus Hensel legt mit "Humboldtstraße, römisches Rot" die poetische Summe der letzten Jahre vor: ein Buch mit Liebesgedichten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.11.2001
Es tut gut, eine Rezension zu lesen, in der sich die Kritikerin erst mal einfach beglückt zeigt. Ihr leuchten die neuen Gedichte des Rumäniendeutschen Klaus Hensel, Wort für Wort, auf Anhieb ein. Und von Licht ist in den Gedichten viel die Rede, vom "Licht der Liebe", meint Rezensentin Meike Fessmann, das den Autor nachhaltig erschüttert haben muss, so dass ihm nun die Worte wie von selbst und in richtiger Reihenfolge herauspurzelten. Bei Hensel verbindet sich der durch die Liebe erlebte Prozess der Verwandlung mit dem Vokabular der Neurophysiologie, und schon lange habe man nicht mehr so unkompliziert den neuen Diskurs der Biowissenschaften in die Dichtung einmünden sehen, schreibt Fessmann begeistert und zitiert: "Glück, das ist Propaganda / der Gene". In den Gedichten des letzten Teils des Buches vermisst Fessmann eine Formidee, vor allem wenn sich Hensel mit anderen Themen befasst. Wendet der Autor sich beispielsweise der eigenen Emigrationserfahrung zu, dann entwickelt er Neigungen zu absurden Bonmots, stellt Fessmann fest und zitiert lieber noch mal zum Schluss ein schönes Liebesgedicht.
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