Klaus Bringmann

Kaiser Julian

Der letzte heidnische Herrscher. Gestalten der Antike
Cover: Kaiser Julian
Primus Verlag, Darmstadt 2004
ISBN 9783896785169
Gebunden, 250 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Mit 43 schwarz-weiss Abbildungen und 3 Karten. Julian (361-363) gilt als der letzte heidnische Kaiser. Obwohl er eine christliche Erziehung erhielt, interessierte er sich mehr für die Kultur der klassischen Antike. Julian studierte daher in Ephesos und Athen Philosophie. Seine Politik war von dem Bestreben geprägt, heidnische Traditionen wiederzubeleben und das Christentum zurückzudrängen. In den christlichen Schriften wurde er deshalb Apostata (Abtrünniger) genannt.
Gleichzeitig war Julian ein erfolgreicher Feldherr, der bei seinen Soldaten beliebt war. Die Legionen waren es auch, die ihn zum Augustus ausriefen. Seine Regierungszeit war jedoch von Einfällen der Perser in das römische Reich geprägt, so dass er 363 zu einer Schlacht gegen den Feind aufbrach, in dessen Verlauf er tödlich verwundet wurde.
Klaus Bringmann zeichnet in dieser Biografie den ungewöhnlichen Weg des 'Abtrünnigen' nach, dessen kurze Regierungszeit viele seiner Pläne unvollendet ließ und deshalb die Phantasie der Nachwelt anregte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2005

Wenig überzeugt zeigt sich Wolfram Kinzig von Klaus Bringmanns Porträt des römischen Kaiser Julian (361 bis 363), der mit seinem Versuch scheiterte, den heidnischen Götterglauben wieder einzuführen. Kinzig rekapituliert in seiner Besprechung die schillernde Rezeptionsgeschichte Julians, der in der Aufklärung zur Identifikationsfigur aller Spötter, Zweifler und Atheisten gleich welcher Couleur wurde. Bringmann allerdings habe für diese Wirkmacht wenig übrig, ihm gehe es allein um die historische Gestalt in ihrer Zeit. Julians kurze Regierungszeit charakterisiere der Historiker vor allem mit dem Scheitern seiner beiden Projekte, der Feldzug gegen die Perser und die Wiedereinführung der paganen Götter. Bringmanns These, dass Julians Wunsch nach einer Restauration des Heidentums bei langfristiger Planung durchaus erfolgreich hätte sein können, zieht Kinzig in Zweifel. Insgesamt findet er Bringmanns Deutungsversuch der Persönlichkeit des römischen Kaisers "blass". Er führt das vor allem darauf zurück, dass Bringmann sich zuwenig für das geistige Umfeld Julians interessiert.

Beliebte Bücher

Heike Geißler. Michaela Kohlhaas - Roman . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Heike Geißler: Michaela Kohlhaas
"Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem…
Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…
Florian Illies. Träume aus Feuer - Der Alchemist von der Pfaueninsel. Bastei Lübbe Verlag, 2026.Florian Illies: Träume aus Feuer
Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…