Aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Zum 80. Geburtstag des Autors am 30. September: eine Sammlung seiner Kurzgeschichten, ausgewählt vom Autor selbst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2009
Peter Urban-Halle stellt den 1929 geborenen norwegischen Autor Kjell Askildsen vor, der hierzulande ziemlich unbekannt, in seinem Heimatland dagegen schon synonym für einen bestimmten Stil genannt wird. "Ein schöner Ort" ist eine Sammlung von zwischen 1966 und 1999 entstandenen Erzählungen und was dem Rezensenten als besonders charakteristisch darin erscheint, sind die misanthropischen, wortkargen Helden, einsame alte Männer, die mit Gefühlen nichts anfangen können, wie er uns wissen lässt. Damit korrespondiert der ausgeprägt minimalistische, karge Duktus der Askildsen'schen Prosa, der laut Urban-Halle aber viel Raum für die Gedanken der Leser lässt und somit ausgesprochen "auf- und anregend" wirke. Sehr angetan ist der Rezensent auch von der neuen Übersetzung der Erzählungen durch Hinrich Schmidt-Henkel, der in seinen Augen genau den richtigen, nämlich einen "trockenen, pointierten Ton" trifft.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.04.2009
Rezensent Aldo Keel freut sich sehr über diese " gediegene deutsche Auswahl" mit achtzehn Geschichten dieser charismatischen Figur der norwegischen Literatur aus den Jahren 1966 bis 1999. Als Qualität und Geheimnis der Erzählungen beschreibt Keel die darin praktizierte "Kürze der Verknappung", in der Verzweiflung immer nüchtern und psychologische wie existenzielle Dimensionen stets an triviale Requisiten gekoppelt blieben. Nie böten Kjell Askildens Erzählungen so etwas wie ganze Lebenspanoramen. Doch die von ihm in den Geschichten beschriebenen Szenen lassen für Keel stets durchschimmern, "weshalb die Figuren so geworden sind, wie sie sind".
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