Herbjoerg Wassmo

Die siebte Begegnung

Roman
Cover: Die siebte Begegnung
Luchterhand Literaturverlag, München 2002
ISBN 9783630871134
Gebunden, 570 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Norwegischen von Holger Wolandt. Gibt es für jeden "den Menschen", der für ihn bestimmt ist, der ihn ohne Wenn und Aber versteht und annimmt? Herbjoerg Wassmo folgt in ihrem neuen Roman den verschlungenen Lebenspfaden eines Paares, das sich in der Kindheit zum erstenmal begegnet, in Gedanken oft beieinander weilt und doch erst Jahrzehnte später zueinanderfindet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.08.2002

Wenn Jörg Magenau schreibt, nur die Verfilmung mit Breitwandlandschaftspanoramas aus dem wilden Nordnorwegen könnte schöner sein als dieser 600-Seiten-Schmöker, so klingt darin beides an: der "massive Kitsch" der Story sowie die Fähigkeit der "atmosphärisch dicht und ökonomisch klug" erzählenden Autorin, dessen Struktur umzukehren. Die "Geschichte einer schicksalhaften Seelenzusammengehörigkeit über alle Unbilden des Daseins hinweg" zwischen einer jungen Frau aus kleingeistiger Predigerfamilie und einem Großbürgersohn aber wird so überhaupt erst erträglich. Schließlich gehört, wie Magenau schreibt, die Behauptung einer Seelenverwandtschaft, die sich gegen alle Umstände behauptet, in die Rubrik metaphysische Einsamkeitsbekämpfung, "für die gemeinhin die Trivialliteratur zuständig ist". Indem Wassmo das Ganze mit einer "klaren, knappen Sprache" behandelt, vor allem aber, indem sie zeigt, dass das Wissen um den geliebten anderen, "das ein Leben lang im Hintergrund west", kein Glück bringt, sondern das eigene Tun und Fühlen entwertet, rettet sie das Buch vor der Trivialecke.
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