New York, Spätsommer 1989. Tom Sandman war monatelang als Korrespondent in China unterwegs, wo er Zeuge eines Massakers wurde. Zweifelnd an seinem Beruf kehrt er zurück nach New York. Dort scheint sich alles gegen ihn zu wenden. Nicht nur, dass ihn seine Freundin verlässt und das geliebte Aquarium vom eigenen Vater in einen Kriegsschauplatz verwandelt wird, sein Chef, der notorische Antikommunist Raymond Burnes, schickt ihn gleich ins nächste Krisengebiet. Tom soll nach Berlin, um über die Unruhen in der DDR zu berichten. Begleitet von üblen Zahnschmerzen und wüsten Träumen reist er in ein untergehendes Land.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.11.2014
Peter Rutkowski wägt sorgsam Für und Wider ab bei dieser Graphic Novel von Max Mönch, Alexander Lahl und Kitty Kahane. Das Fazit des Rezensenten aber bleibt zwiegespalten: So wenig ihn die hier verhandelte Geschichte der kollabierenden DDR anhand verschiedener Biografien (eines Journalisten, einer Informantin...) überzeugt, weil sie auf ihn oft überfrachtet und stilistisch allzu nachlässig wirkt, so sehr scheint ihm das Buch in seiner Funktion als Wahrheiten vermittelnde Geschichtsschreibung ambitioniert und durchaus stark. Da der Rezensent es aber nicht mit einem Roman zu tun hat und dem Ganzen die "bilderzählerische Klasse" fehlt, wie Rutkowski schreibt, kann ihn der Band nicht gänzlich beglücken.
Dass die Autoren Alexander Lahl und Max Mönch und die Zeichnerin Kitty Kahane in dieser Graphic Novel ganz ohne didaktisches Pathos und Ostalgie, dafür mit Schnoddrigkeit und bunt inspiriert vom Mauerfall erzählen, gefällt Ralph Trommer ausnehmend gut. Die dazu bemühte Perspektive eines "unbeleckten" US-Reporters, der den Sommer '89 ettappenweise und mitunter als surreale Traumsequenz erlebt, passt gut, meint Trommer, und lässt Historisches, wie das Oppositionellen-Treffen im Prenzlauer Berg oder die Zustände im Frauengefängnis Hoheneck, verdichtet und mit verträglicher Leichtigkeit erscheinen. Ein durchaus verspieltes Buch, das den Rezensenten über die Kälte des Systems doch nicht im Unklaren lässt.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…