Obwohl das Interesse am südlichen Nachbarkontinent Europas steigt, ist über Afrika immer noch zu wenig bekannt. Manchmal scheint es nahezu unmöglich, hinter dem dicken Vorhang aus Vorurteilen und Klischees auch nur ein kleines Stück afrikanischer Realität zu erfassen.
Kirsten Rüther setzt sich mit einer Themenpalette auseinander, die von Migranten und Städten über Jugend und Religion zu Fotografie, Mode und mehr reicht. Wer politische und kulturgeschichtliche Aspekte kennenlernen will, die Geschichte und Gegenwart zahlreicher afrikanischer Gesellschaften prägen, wird sich angesprochen fühlen.
Das Buch soll anregen, vom Alltag jener Menschen aus zu denken, mit denen gemeinsam man forschend und erkennend den Blick auf gesellschaftliche Transformationen richtet. Dabei werden Einblicke in persönliche Reflexion, Wissenschaft und künstlerische Produktion ermöglicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.04.2018
Monika Remé rät, sich nicht von der etwas langweiligen Gestaltung des Buchs abschrecken zu lassen. Denn ihrer Ansicht nach wirft Kirsten Rüther, Professorin für die Geschichte Afrikas in Wien, recht abwechslungsreiche Schlaglichter auf Geschichte und Gesellschaften Afrikas. Rüther erzähle vom geschickt taktierenden König von Buganda, von der religiösen Führerin Nana Asma, von Nigerias Faible für Spitzen aus Österreich oder den schwindenden Perspektiven der wachsenden Jugend. Kreuz und quer gehe es durch Themen und Kontinent, freut sich die Kritikerin, die Systematik oder Analyse nicht vermisst. Schließlich erlaube die Alltagsperspektive der Autorin auch, ihre eigene Stimme einzubringen, findet die Rezensentin.
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