Entwicklungshilfe wird reichlich gegeben. Sie wird als gute Tat nicht infrage gestellt. Das gilt auch für die Arbeit von Hilfsorganisationen. Doch die Wahrheit ist, dass diese Art von Hilfe den wichtigsten Mechanismus zerstört, der langfristig die Armut beseitigen kann: die Entwicklung eines kompetenten, unbestechlichen und den Interessen der Bevölkerung dienenden Staatsapparates. Ein Ende ist nicht in Sicht, solange die korrupten Eliten vom "Stamm der Wa Benzi", so genannt nach der sehr beliebten Automarke, in ihrer Ausplünderungsmentalität ohne jede Verantwortung regieren und unbekümmert die Ressourcen verschwenden können, weil dieser Missbrauch für sie keine Folgen hat. Nach 17 Jahren als Diplomat in Afrika plädiert Volker Seitz dafür, der schädlichen Art der Unterstützung ein Ende zu machen und neue Wege zu gehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2009
Was das Buch leistet, das leistet es eher unfreiwillig. So lässt sich Andreas Eckerts Beurteilung der Darstellung des Ex-Diplomaten Volker Seitz resümieren. Den eigentlichen Wert des Bandes erkennt Eckert nämlich darin, die Diskussion über Entwicklungshilfe anzustoßen und die Beteiligten zu differenzierten Erklärungen für Afrikas Situation zu bewegen. Seitz selbst bleibt dem Leser diese Differenziertheit schuldig, wenn wir dem Rezensenten glauben wollen. Obgleich im Kern richtig, erscheinen ihm die Vorwürfe des Autors gegen die Entwicklungshilfepraxis mitunter zu pauschal, die Schilderungen afrikanischer Zustände geradezu karikaturhaft. Außerdem hält Eckert das Tempo, mit dem Seitz die verschiedenen Problemfelder (Korruption, Oligarchie, fehlendes Gemeinwesen) abschreitet und Lösungen vorschlägt, einfach für zu hoch.
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