Kingsley Amis, Philip Larkin

Philip Larkin: Jill Kingsley Amis: Jim im Glück

Cover: Philip Larkin: Jill Kingsley Amis: Jim im Glück
Gerd Haffmans bei Zweitausendundeins, Frankfurt am Main 2010
ISBN 9783942048125
Gebunden, 816 Seiten, 36,80 EUR

Klappentext

Zwei Romane in einem Schuber. Herausgegeben von Gerd Haffmans, mit Beiheft "Die Geschichte einer wunderbaren literarischen Freundschaft", das Ausschnitte aus dem Briefwechsel zwischen Philip Larkin und Kingsley Amis, Fotos und eine Zeittafel enthält.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.01.2011

Angela Schader nimmt sich diese Veröffentlichung tapfer vor, gelegentliches Schlucken angesichts handgreiflicher Misogynie, zum Glück fiktiv, nimmt sie inkauf. Schader erklärt, wie es zu dieser je einen Roman von Philip Larkin und Kingsley Amis beinhaltenden Publikation kommen konnte, als Konsequenz einer langen Freundschaft und Geistesbruderschaft nämlich am St. John's College in Oxford. Abgesehen vom akademischen Setting sieht Schader allerdings keine Übereinstimmungen der beiden Bücher. Während Larkin eine Art klassenkritischen Schulmädchenreport vorlegt, ätzt Amis gegen das professorale Milieu und lässt seinen Helden sich mit überspannten akademischen Kolleginnen herumschlagen. Schaders Sympathien gehören eher Larkins Versuch einer subtilen Klassenstudie, als der die Rezensentin allerdings zum Lachen animierenden Liebesgeschichte von Amis. Das "informative" Vorwort von David Lodge und eine gelungene Übersetzung machen das Ganze für Schader letztlich zu einer interessanten Doppellektüre.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.10.2010

Diese beiden Neuübersetzungen kann Rezensent Stephan Wackwitz nur wärmstens empfehlen, in Sachen Klassenkampf sieht er hierin sogar den wichtigsten Beitrag aus Großbritannien vor den Beatles! Große Freude hat Wackwitz daran, wie "komisch, virtous, spannend und genau" Kingsley Amis den gesellschaftlichen Umbruch in der englischen Nachkriegsgesellschaft, das Entstehen einer neuen Mittelschicht und die "Einführung des Wohlfahrtstaats" in seinem Roman "Jim im Glück" nachzeichnet. Da stört den Rezensenten die "märchenhafte Atmosphäre des Unwirklichen" überhaupt nicht, die Figur des Jim Dixon ist einfach "beglückend". In Philip Larkins ebenfalls neu übersetztem Roman "Jill" von 1945 dagegen sieht Wackwitz den Mut, es mit Klassenbarrieren aufzunehmen, noch nicht so ausgeprägt: Hier nehme der in die "kulturell-erotische Sphäre verschobene Klassenkampf" ein eher tragisches Ende.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.08.2010

Dass die beiden Collegeromane "Jill" und "Jim im Glück" zusammen neu aufgelegt wurden, macht für den Rezensenten Tobias Lehmkuhl Sinn: Kingsley Amis und Philip Larkin hätten sich in den 40er Jahren bei ihrer Arbeit gegenseitig beeinflusst, weiß Lehmkuhl, wobei er aus dem Briefwechsel der beiden liest, dass Amis erst durch Larkin auf die Idee gekommen sei, einen eigenen Collegeroman zu schreiben. Der Rezensent geht daher lediglich auf Larkins Roman näher ein, der ihm besser zu gefallen scheint ("eindrucksvoll") als Amis' Gegenstück ("durchaus unterhaltsam"): Dieser handelt davon, dass sich Oxford-Student John Kemp eine Freundin, Jill, erträumt, um damit dem tristen Alltag der Uni zu entfliehen - bis sein Phantasieprodukt leibhaftig vor ihm steht. Lehmkuhl erklärt sich den größeren Erfolg Amis' mit dessen Leichtigkeit im Ton, Larkins Roman sei von dunkleren Bildern geprägt.
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