Schirin Ebadi kämpft mit dem Koran gegen die Unterdrückung der Frauen und für Reformen im iranischen Gottesstaat. Eine Frau im dramatischen Kampf für ein offeneres Antlitz des Islam.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.04.2004
Stefan Ulrich zeigt sich weitestgehend überzeugt von Katajun Amirpurs Analyse der gegenwärtigen Situation im Iran. Darin versucht die Iranistin Amirpur zwei Thesen zu untermauern, wie Ulrich darstellt: " Iran kann seinen Weg in die Moderne finden. Und der Islam kann es auch." Und so berichtet Amirpur von studierenden Frauen, kuchenbackenden Männern, Verhütung propagierenden Mullahs und Demokratie fordernden Theologen, was bei Ulrich die Vermutung nährt, dass der Wandel der iranischen Gesellschaft bereits zu weit fortgeschritten sei, als dass die theokratischen Fundamentalisten ihn noch aufhalten könnten. "Amirpurs Buch spricht auf wenigen Seiten vieles an", lobt Ulrich, Geschichte, Systemanalyse, Gesellschaftskritik, Islamkunde- nur was es mit Nobelpreisträgerin Schirin Ebadi zu tun hat, wird leider nicht ganz deutlich.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.01.2004
Charlotte Wiedemann würdigt dieses Buch als "Plädoyer gegen Klischees": Die Kölner Iranistin Katajun Amirpur zeichne ein komplexes Bild von der politisch engagierten Muslimin und Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi. Weder zu den "Verhuschten", noch zu den "verwestlichten" Frauen gehört die iranische Anwältin, die sich bald nach der Revolution im Iran von 1978/79 für die Gleichberechtigung der Frauen stark machte, berichtet die Rezensentin. Die Rezensentin weiß grundsätzlich die Bemühungen zu schätzen, vielschichtiger über die Lage der Frauen im Islam und ihre Beteiligung am politischen Umbruch zu informieren als es hierzulande üblich ist. Doch hat das Buch in ihren Augen auch deutliche Schwächen. Man merkt ihm das "hastig Geschriebene" und das "kaum Lektorierte" leider an, bedauert die Rezensentin, der das Porträt insgesamt etwas zu "atemlos" erschient.
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