m Zeitalter der Globalisierung diktieren die Industrieländer einer Mehrheit von Entwicklungsländern die Wirtschaftspolitik - mit negativen Resultaten. Besonders gravierend ist die erzwungene Deregulierung der grenzüberschreitenden Kapitalflüsse, welche seit 1990 eine dichte Folge von Finanzkrisen produziert. Dass die globale Bilanz nicht allzu schlecht ausfällt, ist Ländern wie Indien, China oder Südkorea zu verdanken - gerade weil sie sich dem wirtschaftspolitischen Diktat Washingtons nicht unterwerfen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.07.2005
Als "kenntnisreich und gut verständlich" lobt Rezensent Christoph Fleischmann diesen Essay über die globalisierte Weltwirtschaft aus der Perspektive der Drittwelt-Länder, den der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Schweizer Entwicklungshilfswerke, Peter Niggli, vorgelegt hat. Deutlich werde, dass die Integration der Entwicklungsländer in den Weltmarkt durch Währungsfond und Weltbank nicht uneigennützig erfolge, sondern auch den großen westlichen Konzernen diene, die sich neue Märkte erobern. Fleischmann wertet Nigglis Sicht als "ernüchternd, aber plausibel". Er hebt hervor, dass Niggli nur einen Weg aus der Misere sieht, die De-Globalisierung. Besonders den Entwicklungsländern müsse es demnach ermöglicht werden, referiert Fleischmann, "einen wirtschaftspolitischen Weg zu gehen, der nicht von der vollen integration in den Weltmarkt bestimmt sei." Kapitalverkehrskontrollen, Protektionismus für heimische Industrien und gezielte Subventionen dürften durch WTO-Regeln nicht unmöglich gemacht werden. Fleischmann weist darauf hin, dass Nigglis Essay die Weltsicht formuliert, aus der heraus die Schweizer Hilfswerke ihre Leitlinien gewonnen haben. Etwas bedauerlich findet er hier, dass Niggli die Leitlinien nicht in seinen Essay einbezieht.
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