Die historisch-kritische Edition der "Bonstettiana" - der Titel ist Bonstettens eigene Prägung - erschließt zum erstenmal die ganze Breite seiner Briefkorrespondenzen. Neuartig und aufschlussreich ist die mehrstimmige Anlage der Edition. Die Briefwechsel zwischen Bonstetten und seinen Korrespondenten werden ergänzt durch Briefwechsel zwischen seinen wichtigsten Partnern. Dieses vielstimmige Geflecht erstreckt sich über die Jahre 1753 bis 1832 und über den gesamten europäischen Raum. Im neunten Band, der die Zeit von 1801-1805 erfasst, setzen die erstmals vollständig veröffentlichten Briefwechsel aus dem Beziehungsgeflecht Bonstetten - Madame de Stael - Friederike Brun - Johannes von Müller - Sismondi ein. Zeitraum und Zeitlage werden durch Bonstettens Umzug von Skandinavien in die Schweiz und seine Reisen nach Rom ("Voyage dans le Latium") und Paris ausgemessen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.07.2007
Rezensent Andreas Platthaus verknüpft den Wunsch nach einer starken Verbreitung dieses neuesten Korrespondenzen-Bandes aus der "Bonstettiana"-Reihe mit der Befürchtung, der zwischen 1811 und 1817 datierte Briefwechsel des Großbürgers Karl Viktor von Bonstetten mit seinem illustren Freundeskreis könnte nicht jedermanns Sache sein. Noch Platthaus selbst, der die Reihe literarisch wie editorisch für die "verblüffendste" deutsche Klassikerausgabe hält und dem das Buch eine riesige Schatztruhe ist, bereiten die großteils auf Französisch verfassten Texte mitunter mehr Mühe als Vergnügen. Trotzdem ist Platthaus ganz verliebt angesichts der das gesamte europäische Denken widerspiegelnden gescheiten Gespräche über Napoleon und andere: "Glanzvolle Beispiele" einer durch die Aufklärung intellektuell gestählten Empfindsamkeit, schreibt er.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.03.2003
Der Edition der "Bonstettina" sei mit zwei Halbbänden eine "Dokumentation von besonderer Leuchtkraft" gelungen, findet Rezensent Hanno Helbig. Die beiden ersten Bände hätten bereits deutlich gemacht, dass Karl Victor von Bonstetten nur Teil, nie aber Mittelpunkt eines illustren Kreises aus Künstlern, Politikern und Intellektuellen seiner Zeit gewesen sei. Der nun erschienene Doppelband unterstreiche diesen Aspekt noch einmal, betont Helbig. Hier sei Johannes von Müller die Hauptperson, und Friederike Brun käme eine dominante Rolle zu. Dennoch findet Helbig, dass den Schweiz-Impressionen Bonstettens vor und nach seinem Aufenthalt in Rom größere Bedeutung zukämen als den ebenfalls hier enthaltenen literarischen Erzeugnissen der Friederike Brun.
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