Karl-Markus Gauß

Der Alltag der Welt

Zwei Jahre, und viele mehr
Cover: Der Alltag der Welt
Zsolnay Verlag, Wien 2015
ISBN 9783552057333
Gebunden, 336 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Der Alltag: voller Wunder und Zumutungen. Die Welt: ein Ort, der noch zu entdecken ist. In seinem neuen Buch, einem persönlichen Tagebuch zur Zeitgeschichte, nimmt uns Karl-Markus Gauß mit in eine literarische Schule des Staunens. Vom Mai 2011 bis ins Frühjahr 2013 ist der Bogen dieser Gegenschrift zum Zeitgeist gespannt. Die erzählerischen Miniaturen, philosophischen Anmerkungen, historischen Anekdoten, die literarischen Porträts, politischen Widerreden und autobiografischen Entwürfe führen den Autor jedoch weit über diese Zeit hinaus. Ein mitreißendes Dokument geistiger Unabhängigkeit und schöpferischen Eigensinns.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2015

Den Buchtitel hält Christoph Bartmann nicht gerade für bescheiden, erinnert er den Kritker doch an James Joyces Jahrhundertroman "Ulysses". Statt um einen Tag in Dublin gehe es hier allerdings um zwei Jahre in Salzburg. Auch Paul Valérys "Cahiers" kommen dem Rezensenten in den Sinn, er hält sie genauso wie Gauß' Buch für eine "intellektuelle Arbeit an der Gegenwart". Überraschen kann Bartmann nur wenig von dieser Welt- und Zeitanalyse, trotzdem kann er ihr etwas abgewinnen. Um Geistespraktiken wie das "Sinnen" drehe es sich darin, das für Gauß dem Verschwinden von Erinnerungen entgegenwirken könne. Die Überlegungen über dieses und jenes würden auch vor Trivialem nicht Halt machen, stellt Bartmann fest, und seien immer besonders dort lohnend, wo "der Autor die Fragen stellt, die ihn umtreiben, und nicht mit der Abwehr des verbleibenden Rests beschäftigt ist".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.10.2015

Gerhard Melzer scheint fasziniert von dem neuen, nunmehr fünften Journal des Schriftstellers und Kritikers Karl-Markus Gauß. Wie der Autor eigene Meinungen, Befindlichkeiten und Irritationen an den Leser weitergibt, nämlich als dauernde und grenzenlose Suchbewegung, findet der Rezensent bemerkenswert. Essays im besten Sinne sind das für Melzer, geistig raumgreifend, distanzlos, vielstimmig. Die Jahre 2011 bis 2013 und ihre Themen (Internet, Turbokapitalismus etc.) werden für ihn noch einmal lebendig, wenn Gauß sie kommentiert in literarischen Porträts, Satire, Medienkritik, Philosophie, kulturhistorischen, poetologischen oder autobiografischen Einlassungen.
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