Franzobel

Groschens Grab

Kriminalroman
Cover: Groschens Grab
Zsolnay Verlag, Wien 2015
ISBN 9783552057432
Kartoniert, 288 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

In Wien-Ottakring wird eine entstellte Leiche gefunden: Ernestine Papouschek, 82, pensionierte Buchhändlerin und Bestsellerautorin von "Die Rübenkönigin". Darin berichtet sie offen von ihren Erlebnissen mit Liebhabern, die sich auf die Annonce "Rüstige Pensionistin sucht Partner für Matratzensport" gemeldet hatten. Ihr Tod führt Kommissar Groschen ins Verlagsmilieu, hinter Klostermauern, nach Sarajevo und unter ehemalige Kommunarden. Rasch gibt es eine Reihe Verdächtiger: den hünenhaften Nachbarn mit Lederjacke, den windigen Verleger und den Ex-Häftling Tode Todic. In diesem spannenden Österreich-Krimi tun sich Abgründe auf, die Einblick in den Sumpf der Wiener Gesellschaft gewähren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.11.2015

Franzobels zweiter Ausflug ins Krimi-Genre hat durchaus starke Momente, findet Rezensentin Cornelia Fiedler. Die typische Mischung aus feuchtfröhlichem Lokalkolorit, Galgenhumor und leisem "Selbstgrant" gefällt der Kritikerin, auch die Entscheidung seinen Kommissar Groschen in Sarajewo ermitteln zu lassen, bekommt der Erzählung gut, findet Fiedler. Abgesehen von einigen scharfen Analysen der Vorurteile über Land und Leute muss die Rezensentin dann aber doch feststellen, dass der Autor seinen zwischen Klischees und reflektierender Skepsis mäandernden Protagonisten ein wenig überfrachtet. Und auch sprachlich ist die Kritikerin von Franzobel Besseres gewohnt. Als leichte Unterhaltungsliteratur lässt sie das Buch in jedem Falle aber durchgehen.
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