Herausgegeben von Friedrich Pfäfflin. Der Verleger Kurt Wolff warb mit Karl Kraus um einen Schriftsteller, der den Literaturbetrieb verachtete. Er bewunderte den Dichter der "Worte in Versen" und gab anonym die einzige Gedichtauswahl zu dessen Lebzeiten heraus. Und er verehrte den polemischen Moralisten, der Weltgericht hielt über die "große Zeit". Wolff feierte seine Beziehung zu Karl Kraus später als "Begegnung mit dem Absoluten". Und Karl Kraus? Seine Wertschätzung für den "edlen Jüngling" Wolff überstand verlagsinterne Autorenpolemiken, seine grundsätzliche Abneigung gegen alle, die er "Neutöner" nannte und die großen Fährnisse bei der Herstellung seiner Bücher.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.04.2008
Hocherfreut zeigt sich Leo A. Lensing über den von Friedrich Pfäfflin herausgegebenen Briefwechsel zwischen Karl Kraus und dem Verleger Kurt Wolff. Er hebt hervor, dass der Band neben der Korrespondenz Kraus-Wolff auch weitere Verlagskorrespondenzen, Glossen und satirische Gedichte bietet. Damit entsteht in seinen Augen die "spannende Biografie in Dokumenten einer für das zwanzigste Jahrhundert exemplarischen Autor-Verleger-Beziehung". Eingehend zeichnet er die freundschaftliche, aber auch schwierige Beziehung zwischen Kraus und Wolff nach, schildert, wie es zur Zusammenarbeit kam, und berichtet über den Bruch zwischen Autor und Verleger, nachdem dieser Franz Werfels "Spiegelmensch" veröffentlicht hatte, in dem Kraus und seine Zeitschrift "Die Fackel" heftig attackiert wurden. Lobend äußert er sich insbesondere über Pfäfflins sachkundige Kommentierung der Briefe.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.06.2007
Als "präzise und liebevoll" zusammengestellt, beurteilt Jens Malte Fischer den von Friedrich Pfäfflin herausgegebenen Briefwechsel zwischen Karl Kraus und Kurt Wolff. Der Rezensent gibt dabei vor allem die enge und turbulente Beziehung zwischen dem Literaten und seinem Verleger wieder. Er erinnert, wie es dem noch sehr jungen Verleger gelang, den scheuen (!) Literaten Kraus für seinen Verlag zu gewinnen und beschreibt darüber hinaus, wie die Beziehung erste Schwierigkeiten durchleben musste, als Kraus von anderen Autoren des Verlags, wie Brod und Hiller, polemisch angegriffen wurde. Zum endgültigen Bruch kam es, wie der Rezensent berichtet, durch Franz Werfels Veröffentlichung "Spiegelmensch" im Verlag Kurt Wolff, in der Kraus diffamiert wurde. Der Briefwechsel dokumentiert ebenfalls die vergeblichen Versuche Wolffs, die Situation zu klären. Der Rezensent zeigt sich beeindruckt von der Intensität der Freundschaft und der Vielfältigkeit der beiden Charaktere, die im Briefwechsel auf besondere Weise deutlich werden.
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