Karin Andert

Monika Mann

Eine Biografie
Cover: Monika Mann
Mare Verlag, Hamburg 2010
ISBN 9783866481251
Gebunden, 328 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

"Falls ich Ihnen kein Begriff bin: das vierte der sechs ungeratenen T.M.-Kinder", schrieb Monika Mann 1972 an Martin Gregor-Dellin, und sie hatte allen Grund, ihre Bekanntheit nicht vorauszusetzen: Literaturkritiker und Filmemacher übersahen sie, oder sie orientierten sich am Urteil Katia und Thomas Manns, die ihre Tochter als minderwertig und sonderbar einstuften. Mit der Ausbürgerung ihres Vaters verlor Monika Mann im Herbst 1936 die deutsche Staatsangehörigkeit. Nach Stationen in Sanary-sur-Mer, Florenz, Wien, Zürich, London und New York lebte sie schließlich über dreißig Jahre auf Capri. Dort überwand sie ihr großes Trauma, den Verlust des Ehemanns, der 1940 auf der Flucht von Europa nach Kanada vor ihren Augen ertrank, nachdem ein deutsches U-Boot ihr Schiff torpediert hatte. Knapp vierzig Jahre arbeitete sie als Feuilletonistin und publizierte in deutscher, englischer und italienischer Sprache, doch wurden ihre Veröffentlichungen selten gewürdigt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2010

Genaueres über "das Möhnle" der Familie Mann hat Tilmann Lahme aus dieser knappen Biografie von Karin Andert erfahren. Dass die Autorin Sympathien hegt für die Außenseiterrolle, die Monika Mann zeitlebens innerhalb der Familie innehatte, wird für Lahme rasch klar. Allerdings fragt sich der Rezensent, ob Monika Mann das Mitleid der Autorin wirklich nötig hat. Immerhin, so mutmaßt er, auch im Hinblick auf das mit abgedruckte Tagebuch Manns aus dem Jahr 1945, könnte diese Position durchaus selbst gewählt sein. Hier, meint Lahme, schießt die Autorin mitunter übers Ziel hinaus und deutet nach ihrem Verständnis von Manns Opferrolle. Formal kritikwürdig findet Lahme die achronologische Einteilung des Buches nach Themen. So kommt es zu ärgerlichen Wiederholungen.

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