Sie lebten ein wildes, ein spannendes Leben. Die Zwillinge Jutta Winkelmann und
Gisela Getty waren Ikonen der 68er- und der Hippie-Zeit, teilten Männer, Drogen
und Freiheitsdrang. Danach schrieben sie, drehten Filme, arbeiteten als Künstlerinnen.
Bis Jutta Winkelmann eines Tages an Krebs erkrankte. Und durch alle Höllen
gehen musste. Doch sie kämpfte, litt, wehrte sich, unterlag und kämpfte weiter.
Jutta Winkelmanns Bericht und Ihre Comic-Illustrationen sind: eine Beichte, ein
Schrei. Sie legt auf die Waagschale ihres Jetzt, was darauf zu legen ist: die tödliche
Angst, das Verlangen nach Körper und Nähe, zerfressende Gefühle von Eifersucht
und Nichtverstandensein sowie, in den zarten Stunden, den Anblick ihrer Wunden.
Ein Gemälde in schrillen und dann wieder beruhigten Farben, ein Kunstwerk und
doch keines - weil das Leben in ihm zu stark ist, um Kunst zu sein.
Nicht viele Worte wurden verloren nach Jutta Winkelmanns Tod im Februar 2017 und das, obwohl ihr Leben in der Kommune mit Rainer Langhans und anderen jahrelang im Zentrum des öffentlichen Interesses gestanden hatte, ihr Tod tat es nicht, wundert sich Rezensentin Silke Burmester. In "Mein Leben ohne mich" nutzt Winkelmann Worte und bearbeitete Fotografien, um die letzten Monate ihres Lebens zwischen Kampf gegen den Tod und Annahme ihres Schicksals in einer autobiografischen Graphic Novel zu beschreiben und verarbeiten, lesen wir. Für die Rezensentin ist so ein bewundernswert klares und intimes, teilweise unerträglich schonungsloses Porträt einer interessanten, intelligenten, witzigen, einer lebenshungrigen und neugierigen Frau entstanden, bekennt sie berührt.
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