Tim Geiger

Atlantiker gegen Gaullisten

Außenpolitischer Konflikt und innerparteilicher Machtkampf in der CDU/CSU 1958-1969. Dissertation
Cover: Atlantiker gegen Gaullisten
Oldenbourg Verlag, München 2008
ISBN 9783486585865
Gebunden, 568 Seiten, 74,80 EUR

Klappentext

Dissertation. In den 1960er Jahren entbrannten in CDU und CSU heftige Auseinandersetzungen über den außenpolitischen Kurs. Zwischen amerikanischer Entspannungspolitik und der Vision eines "europäischen Europas" des französischen Präsidenten de Gaulle stritten Atlantiker und Gaullisten um das angemessene Verhältnis zu Washington bzw. Paris und um die Europa-, Sicherheits- und Deutschlandpolitik. Soziokulturelle Umbrüche und die ungeklärte Kanzlernachfolge intensivierten diesen Konflikt, dessen ideengeschichtliche Wurzeln Tim Geiger ebenso aufzeigt wie die Abhängigkeit von den Verbündeten. Auf breiter Quellenbasis werden außenpolitische Sachdifferenzen, persönliche Rivalitäten und Profilierungsbestrebungen der Protagonisten sowie konkurrierende parteiinterne Netzwerke dargelegt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.09.2008

Wohlwollend hat der hier rezensierende Historiker Ulrich Lappenküper Tim Geigers Untersuchung des außenpolitischen und innerparteilichen Konflikts in der CDU/CSU zwischen den auf eine Anbindung an die USA setzenden "Atlantikern" und den die deutsch-französische Bindung forcierenden "Gaullisten" aufgenommen. Was dem Historiker Klaus Hildebrand als "unentwirrbares Problemknäuel" galt, versucht nun der Autor in seiner quellengesättigten Studie zu ergründen, wobei er zunächst einmal sehr Gewinn bringend die politischen Voraussetzungen des Konflikts ins Auge fasst, lobt der Rezensent. Auch seine Analyse der Zeit zwischen 1958 und 1969, in der Geiger sich besonders auf die Amtszeit von Kanzler Ludwig Erhard konzentriert, erscheint dem Rezensenten sehr fundiert. Lappenküper betont, dass der Autor deutlich macht, beide Lager hätten durchaus nicht die "Ausschließlichkeit" gehabt, wie die Bezeichnungen "Atlantiker" und "Gaullisten" glauben machen, und die dennoch die CDU/CSU in eine bedrohliche Zerreißprobe trieben. Geigers Einschätzung aber, dass die spätere Hinwendung zu einer Allianz mit den Vereinigten Staaten tatsächlich zu einem grundsätzlichen "Wandel der politischen Kultur" und zur Durchsetzung einer "modernen Mediendemokratie" in der BRD geführt hat, teilt der Rezensent nicht.
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