Julian Barnes

Fein gehackt und grob gewürfelt

Der Pedant in der Küche
Cover: Fein gehackt und grob gewürfelt
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2004
ISBN 9783462034196
Gebunden, 158 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Wer selber kocht, der weiß es - zwischen Rezept und fertigem Gericht können Welten liegen, Triumphe oder Niederlagen, zunächst sind da vor allem aber Zweifel. Der Pedant in der Küche, der alles richtig machen möchte, gläubig und ängstlich Kochbücher konsultiert, sieht sich vielen Unwägbarkeiten ausgesetzt. Wie groß ist eine "mittlere Zwiebel", die das Rezept erfordert? Wie heiß mittlere Hitze? Wie umfangreich eine Prise? Er möchte doch alles richtig machen: gutes und schmackhaftes Essen zubereiten, seine Freunde nicht vergiften, sein Repertoire langsam erfolgreich erweitern. Mancher Hobbykoch wird sich an die eigenen Bemühungen in der Küche erinnern, mit Julian Barnes Kochbücher und ihre schönfärberischen Illustrationen verfluchen, Saucen abschmecken und traurig ein zusammengefallenes Souffle betrachten. Dankbar wird er den trotzig-selbstbewussten Satz nachsprechen: Hier ist kein Restaurant.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.12.2004

Bestens amüsiert hat sich Rezensent Jürgen Dollase bei der Lektüre dieses "wirklich entzückenden kleinen Büchleins" des englischen Schriftsteller Julian Barnes. Wie Dollase berichtet, geht es darin um die Kochkunst, genauer gesagt, darum, wie Barnes sich abmüht, diese zu erlernen, und dabei zum Pedanten wird, der nicht ohne "präzise Einkaufsliste und ein gouvernantenhaftes Kochbuch" auszukommen meint. Doch eben diese Kochbücher werden zum Problem. So schildert Dollase, wie Barnes sich mit den Mengenangaben herumquält. Da soll man bei einem Gericht so viel Erdbeeren hinzufügen, "wie man mit beiden Händen fassen kann". Doch was soll der Verfasser damit anfangen, wo er doch Hände in Pfannengröße hat? Barnes widme sich allen Bereiche der Küche, von den Produkten ("Wie groß ist eine mittlere Zwiebel?") bis zu technischen Angaben zur Steak-Garung. Besonders gefallen hat dem Rezensenten die "trocken-britische Selbstironie" des Autors, die sich nicht sehr weit über die Dinge erhebe, sondern realistisch und witzig die Verstrickungen in den Niederungen praktischer Arbeit beschreibe.
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