Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.09.2004

Auch das Gehirn ist nur ein Organ, und doch nehmen wir uns als "geistig- seelische Wesen" wahr - Manfred Geier stellt zwei Binsenweisheiten gegenüber, um die Arena abzustecken, auf denen die Philosophie des Geistes ihre Gedanken errichtet. "Zwischen immer komplizierteren Problemen und immer subtileren Lösungen droht man den Durchblick völlig zu verlieren" schreibt Geier - also immer her mit den Einführungen! Grundsätzlich ist ihm die von Jürgen Schröder auch willkommen - zuverlässig entwirrt sie das Dickicht der Debatte, stellt den dualistischen Erklärungen der Dichotomie Gehirn/Bewusstsein die monistischen gegenüber und widmet sich im zweiten Teil Einzelproblemen zu, bis hin zu der Frage: Wenn alles eine Funktion gesetzmäßiger Hirntätigkeit ist, wie weit ist es dann mit unserem freien Willen her? Komisch ist aber, dass der Rezensent das alles schon mal in genau dieser argumentativen Struktur in Michael Pauens "Grundprobleme der Philosophie des Geistes" aus dem Jahr 2001 gelesen hat, ein Buch, dass er in der Literaturliste des vorliegenden Werkes allerdings nicht findet. Schusseligkeit oder Absicht? Oder anders gefragt: eine Funktion des Gehirns oder freier Wille?
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de