Die Kulturphilosophie steht üblicherweise der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie eher fern. Fragen historischer Kulturentwicklung, des aktuellen Kulturvergleichs oder der Kulturkritik werden kaum auf die besonderen Kulturleistungen des Menschen bezogen, wie zweckrationales Handeln in Technik und Wissenschaft, Erscheinungsformen des Sprachlichen und die Ausbildung besonderer Methoden des Erkennens und Begründens in Lebenswelt, Wissenschaft und Philosophie. Zwar ist die Kultürlichkeit dieser menschlichen Kulturleistungen unbestritten, aber Naturalisierungstendenzen insbesondere in naturwissenschaftlich geprägten Weltbildern verdecken den Charakter von Rationalität zwischen Natur- und Geisteswissenschaften. Anknüpfend an die Tradition des methodischen Konstruktivismus und Kulturalismus, greift Peter Janich klassische Themen der theoretischen Philosophie auf und führt kritisch zu Alternativen auch für aktuelle Fragestellungen der Kommunikation, der Information und der Naturwissenschaften vom Menschen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.06.2006
Erfreut zeigt sich Ralf Konersmann von dieser "anti-naturalistischen Streitschrift", die der Philosoph Peter Janich unter dem Titel "Kultur und Methode" vorgelegt hat. Die Auseinandersetzung des wissenschaftstheoretischen Kulturalisten Janich mit dem wissenschaftlichen Naturalismus der Naturwissenschaften hält Konersmann für "überfällig", haben sich Naturwissenschaften doch längst als Leitwissenschaft etabliert, welche die Vorstellungen der Forschungs- und Wissenschaftspolitik bestimmen. Im Zentrum von Janichs Kritik sieht Konersmann die naturalistische Überzeugung, Verfahrensweisen der Naturwissenschaften seien prinzipiell auf alle Erkenntnisgegenstände gleichermaßen anwendbar - "vom Urknall bis zum Sozialstaat" (Janich). In der Konsequenz wollten Naturwissenschaftler nun auch in Fragen der Kultur, der Bildung und der sozialen Ordnung ein entscheidendes Wort mitreden. Der Kritik, die Janich im einzelnen an dieser Auffassung übt, kann Konersmann nur zustimmen. Er unterstreicht indes, dass Janichs Abgrenzung vom Naturalismus am Ende doch nicht so eindeutig ausfällt. Schließlich sei auch der Kulturalismus ein Szientismus.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…