Joseph von Westphalen

Die Memoiren meiner Frau

Roman
Cover: Die Memoiren meiner Frau
btb, München 2005
ISBN 9783442751020
Gebunden, 318 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Jan Vanderleyden, Richter am Amtsgericht in Pirmasens mit guten Karriereaussichten, widerfährt etwas, wovor er sich hätte schützen müssen: Er verliebt sich in die Braut eines Angeklagten, in die junge Zofia. Sein bisheriges Leben verlief in geraden Bahnen. Er ist verheiratet mit einer älteren Schauspielerin, die zu den Fernsehlieblingen der Nation gehört und dort die starken und emanzipierten Frauen gibt. Als Richter kann er damit rechnen, dass ihm bald eine Stelle an einem Landesgericht oder vielleicht sogar in einem Ministerium angeboten wird. Doch die Liebe zu dieser jungen polnischen Frau wirbelt sein bisheriges Leben gründlicher durcheinander, als ihm recht sein kann. An ihrer Seite muss er seine Vorstellungen davon, was starke Frauen auszeichnet und wie sie ihre Gefühle leben, von Grund auf revidieren. Denn Zofia sehnt sich danach, ganz als Frau behandelt zu werden, und macht dennoch, was sie will.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.01.2006

Rezensent Ijoma Mangold bekennt sich unumwunden zu seinem Vergnügen an diesem Roman, der von politisch unkorrekten Männerphantasien eines tadellos korrekten Richters erzähle. Und zwar, so Mangold, "herrlich albern und boshaft". Der pornografische Briefwechsel eines Häftlings habe des Richters Neugier soweit in Wallung gebracht, dass er aus korrekten Kontrollgründen die mutmaßliche Geliebte des Häftlings kennen lernt als kultivierte Partnerin sexueller Rollenspiele. Nach strengen Regeln, versteht sich. Nicht weniger komisch als der Richter ist aus Sicht des Rezensenten auch dessen Frau Elisa geraten. "Elisa wird bald fünfzig", und sei eine so emanzipierte wie selbstbewusst "linke" Schauspielerin und Literaturkritikerin in Frauenzeitschriften. In Elisa und um Elisa herum nehme der Autor mit "boshafter Intelligenz" ein "juste milieu" aus Medienwelt und Mainstreamspießbürgerei aufs Korn. Joseph von Westphalen, so der Rezensent, habe eine "vergnügliche Gesellschaftssatire" geschrieben, bei der es letztlich eine unangemessene Frage sei, wie denn die "Elisa-Geschichte" mit der Rollenspiel-Geschichte vernünftigerweise verknüpft sei.
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