Joseph Conrad

Die Schattenlinie

Roman
Cover: Die Schattenlinie
Carl Hanser Verlag, München 2017
ISBN 9783446254565
Gebunden, 420 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben und neu übersetzt von Daniel Göske. Der junge Seemann aus England geht auf seine erste Fahrt als Kapitän. Doch unter der Mannschaft wütet das Tropenfieber, und draußen auf dem Meer gerät das Schiff in eine Flaute, treibt Tag um Tag nur noch im Kreis. Als in den Chininfläschchen sich kein Medikament, sondern nur gefälschtes weißes Pulver findet, kommt es zur Bewährungsprobe. Will der Kapitän mit seinen Leuten überleben, muss der jugendliche Träumer sich unter dem teilnahmslosen Himmel zum verantwortlich Handelnden wandeln, die "Schattenlinie" zwischen Jugend und Erwachsensein überschreiten.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 13.05.2017

Hymnisch bespricht Rezensent Jan Küveler Joseph Conrads 1917 erschienenen Roman "Die Schattenlinie", der nun in der Neuübersetzung Daniel Görskes vorliegt, die Küveler "so schön und folgerichtig" findet wie den marineblauen Einband. Der Roman, der die Geschichte einer dandyhaften, von Fieber niedergestreckten Schiffsbesatzung im Indischen Ozean erzählt, erscheint dem Kritiker nicht nur wie ein "homoerotischer Bildungsroman", sondern auch als "windstilles Tableau einer inneren Reife". Mehr noch: Wenn Conrad in dieser autobiografisch geprägten Geschichte, in der das Hintergrundrauschen des Ersten Weltkriegs deutlich vernehmbar ist, die ganze Farbpalette des Meeres ausschöpft, so Küveler, um mit äußerster Radikalität psychologische Innenansichten seiner bis an die Grenze des Wahnsinns verzweifelnden Helden zu zeichnen, dann erscheint ihm der Autor wie ein "Edvard Munch im Golf von Thailand", dem es virtuos gelingt, von der Moderne als "Abenteuer" zu erzählen.
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