Niroz Malek

Der Spaziergänger von Aleppo

Cover: Der Spaziergänger von Aleppo
Weidle Verlag, Bonn 2017
ISBN 9783938803837
Broschiert, 144 Seiten, 17,00 EUR

Klappentext

Aus dem Arabischen von Larissa Bender. Niroz Malek lebt in Aleppo. Trotz allem. Und er schreibt davon, wie es ist, trotz allem in Aleppo zu leben. Das Ergebnis sind kurze Texte, Miniaturen nicht nur über den Alltag in einer Stadt, auf die Bomben fallen, sondern auch Träume, Fantasien, Texte zu Musik und Literatur, Erinnerungen an gestorbene Freunde und Weggefährten. 55 Miniaturen sind in diesem Buch versammelt, die meisten hat Niroz Malek zuerst auf Facebook veröffentlicht, bis heute schreibt er dort in unregelmäßigen Abständen sehr kurze Texte. An eine Publikation in Syrien war und ist nicht zu denken. Niroz Malek ist alles andere als ein Reporter des Schreckens, er ist der Intellektuelle, der Schriftsteller, dessen Welt Jahrhunderte an Kultur umfasst. In dieser Welt lebt er, mit seinen Büchern, Bildern und Schallplatten, und diese Welt kann und will er nicht verlassen. Er streift durch Aleppo, durch die Trümmer und Ruinen, umgeht Straßensperren, versucht vergeblich, einen Soldaten daran zu hindern, einen Jungen mit Down-Syndrom zu erschießen, bloß weil das Kind nicht erfasst, dass es stehenbleiben soll. Er liest die Namen der Getöteten an den Hauswänden, während er in sein Stammcafé geht, um seinem Alltag einen Anschein von Normalität zu geben. Und er schreibt, weil ihn das am Leben hält...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.05.2017

Neue Einblicke in das syrische Leben bietet Angela Schader dieser Band mit Erzählungen, Miniaturen des syrischen Autors Niroz Malek. Die von Larissa Bender übertragenen 57 Geschichten handeln laut Rezensentin von den Opfern des Krieges, dem Alltag in den Trümmern und dem verlorenen Paradies, das der Autor in den Gärten Thomas Manns und Hermann Hesses oder in den Bildern Chagalls für sich wiederauferstehen lässt. Dass die Texte darüber hinaus Zeugnis ablegen davon, wie Literatur zum Überlebensmittel wird, indem sie etwa surrealistisch vom Tod erzählt oder die Kindheit herbeiruft, rührt Schader sehr.