Die Macht eines Mythos. Von der Antike bis zu Elon Musk
C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN
9783406850622 Gebunden, 384 Seiten, 32,00
EUR
Klappentext
Jonas Grethleins Essay zu Technik und Freiheit. Als Menschenfreund, der sich gegen die Autorität der Götter auflehnt, war Prometheus seit je eine der schillerndsten Sagengestalten der Antike. Er wurde als Freiheitsheld gefeiert, der für seine Rebellion in Ketten gelegt und bestraft wurde: Ein Adler frisst seine stets aufs Neue nachwachsende Leber. Seine Gabe der Technik erwies sich spätestens seit der Moderne als zweischneidiges Schwert, die in ihrer entfesselten Form - Atombombe, Klontechnik, KI - Menschheit und Umwelt bedroht. Und Prometheus war es auch, der die Arbeit in die Welt brachte. Jonas Grethlein verwebt diese drei Themen rund um den Titanen - Technik, Freiheit, Arbeit - zu einer erhellenden Betrachtung über unsere Gegenwart. Wie kaum eine andere Figur der griechischen Mythologie blieb der Titan Prometheus über die Jahrhunderte hinweg als Vergleich und Vorbild lebendig: Mary Shelleys Frankenstein, Karl Marx und Elon Musk sind hier nur die bekanntesten Beispiele. Im Mythos stahl der Zivilisationsstifter Prometheus den Göttern das Feuer und brachte es den Menschen, zusammen mit den wichtigsten Technologien. Wer sich mit Jonas Grethlein auf die Reise durch 2500 Jahre Geistesgeschichte begibt, wird die Faszination des Prometheus und die Welt von heute besser verstehen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 06.11.2026
Prometheus hat den Menschen einst das Feuer und damit die Zivilisation gebracht, mittlerweile ist die Rezeption des Helden als Überbringer der Technik an die Menschheit aber etwas ambivalent geworden, wie der Gräzist Jonas Grethlein laut Rezensent Michael Opitz sehr lesenswert aufbereitet hat. Das Buch ist in die drei Teile Technik, Arbeit und Freiheit gegliedert, um sich dem jeweiligen Verhältnis von Mensch und Mythos zu widmen. Dafür zieht der Autor laut Opitz auch viele literarische Beispiele heran: Mary Shelleys "Frankenstein" mit dem Untertitel "A Modern Prometheus" deutet zum Beispiel auf die Probleme mit einer Technik hin, die zum Selbstläufer wird, so der Kritiker. Auch Günther Anders zum Thema sowie die Prometheus-Rezeption in der DDR spielen eine Rolle, lesen wir. Opitz lernt, was die "prometheische Paradoxie" ist: Wenn man der Technik nicht blind vertrauen kann, aber auf sie angewiesen ist. Die Gabe, mit solchen Problemen umzugehen, hat Prometheus den Göttern leider nicht gestohlen, bedauert der inspirierte Kritiker.
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