Automatisierung, Arbeitskräftemangel und sozialer Konflikt
Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783518128152 Broschiert, 254 Seiten, 20,00
EUR
Klappentext
Angesichts von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz wird allerorten vor massiven Arbeitsplatzverlusten gewarnt. Gleichzeitig reißen die Klagen über Fachkräftemangel nicht ab, zahllose Stellen bleiben unbesetzt, und dem Pflegesektor droht der Kollaps.Florian Butollo geht diesem Paradoxon auf den Grund und analysiert, warum gerade Automatisierung immer mehr Arbeit schafft - und damit zur Keimzelle eines neuen sozialen Konflikts wird: Die anbrechende Ära der Arbeitskräfteknappheit ist geprägt vom Leiden an Überlastung und den Kämpfen dagegen. Zugleich stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Arbeit neu: Wofür wollen wir angesichts sozialer und ökologischer Krisen künftig unsere Arbeitskraft einsetzen - und welche Tätigkeiten können verschwinden?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 18.06.2026
Wichtige Analysen über die Zukunft der Arbeit legt der Soziologe Florian Butollo laut Rezensent Constantin Hühn vor. Den Befürchtungen, KI werde unser aller Arbeitsplätze vernichten, schließt sich dieses Buch dezidiert nicht an. Ganz im Gegenteil: Butollo prognostiziert, dass in Zukunft eher mehr als weniger gearbeitet wird, und da die Bevölkerung in naher Zukunft schrumpfen wird, wird das die Gesellschaft vor große Probleme stellen. Warum wird demnächst mehr gearbeitet? Weil Modernisierungsschübe wie KI die Gesellschaft komplexer machen und außerdem Nebenfolgen wie den Klimawandel zeitigen, all das wird, so Butollo, möglichen Arbeitsplatzabbau im Zuge der KI-Revolution mehr als ausgleichen. Sollen wir also in der Tat mehr arbeiten? Nicht wenn es nach Butollo geht, er empfiehlt stattdessen, die Arbeit besser zu verteilen und wichtige gesellschaftliche Bereiche wie die Pflege zu rekommunalisieren. Allzu konkret wird er in dieser Hinsicht nicht, auch fragt sich Hühn, wie realistisch solche Vorschläge sind. Soweit sich Butollo darauf beschränkt, über die Zukunft des Arbeitsmarkts nachzudenken, liest der Rezensent das Buch jedoch mit viel Gewinn.
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