Ab September 1944 wurde der Zweite Weltkrieg auch auf dem Boden des Reichsgebietes ausgetragen, er rückte im Osten wie im Westen mit jedem Tag näher an die Haustüren der Bevölkerung. In den zwölf letzten Monaten verloren noch weit über 2,5 Millionen deutsche Soldaten, etwa so viele wie seit Kriegsbeginn zusammen, und rund 600.000 Zivilisten ihr Leben, wurden acht Millionen Menschen durch den Luftkrieg obdachlos und das immer kleiner werdende "Großdeutsche Reich" verwandelte sich zusehends in eine Trümmerlandschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.01.2010
Klaus-Dietmar Henke sieht John Zimmermanns Studie über die Kriegführung und das Verhalten der deutschen Streitkräfte im Westen 1944/1945 recht kritisch. So undifferenziert wie hier, findet er, lässt sich die Frage, warum die Wehrmacht in der Endphase nicht kapitulierte, eigentlich nicht mehr angehen. Dass es bei so einer Untersuchung nicht allein um Heldengeschichten, um Durchhalteethos und normative Imprägnierung der Soldaten gehen kann, weiß Henke aus entsprechenden Erkenntnissen der Zeitgeschichtswissenschaft zum Verhalten in zugespitzten Situationen und aus Quellen zur historischen Wirklichkeit des Kriegsendes. Anders als der Autor versteht Henke den deutschen Endphasenterror als Ausnahme von der Regel. So bleibt das Buch für ihn eine mit Fleiß erarbeitete Studie, die in der Interpretation ordentlich übers Ziel hinausschießt.
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