Dirk W. Oetting

Kein Krieg wie im Westen

Wehrmacht und Sowjetarmee im Russlandkrieg 1941 - 45
Cover: Kein Krieg wie im Westen
Osning Verlag, Bielefeld - Bonn 2009
ISBN 9783980626880
Gebunden, 336 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Im Gegensatz zum allgemeinen Trend ordnet der Autor das Thema konsequent in den Gesamtzusammenhang des Krieges gegen die Sowjetarmee ein. Er vergleicht beide Armeen und ihr Verhalten unter den Aspekten Ideologisierung, Bindung an das Kriegsvölkerrecht, Weisungen der Führung, Verhalten der Truppe, Eskalation der Gewalt, Taktik der "verbrannten Erde", Partisanenkrieg, Behandlung der Kriegsgefangenen und Verhalten gegenüber der Bevölkerung. Das Buch wendet sich gegen einseitige Bewertungen und pauschale Verurteilung. Mit einem Anhang von Heinz Magenheimer über den militärischen Verlauf des Krieges.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2010

Keineswegs überzeugend findet Rezensent Rolf-Dieter Müller diese Arbeit über "Wehrmacht und Sowjetarmee im Russlandkrieg 1941-1945", die Dirk W. Oetting vorgelegt hat. Die Intention des Buchs sieht er darin, den von der sogenannten Wehrmachtausstellung und der neueren Militärgeschichtsschreibung angeblich beschädigten Ruf der Wehrmacht wieder herzustellen. Dass der Autor ehemaliger Brigadegeneral der Bundeswehr ist, scheint Müller nicht das einzige Problematische an dem Werk zu sein. Oettings Plädoyer, die Geschichte des Zweiten Weltkriegs differenziert und "gerecht" zu beurteilen, kann er prinzipiell zustimmen. Er unterstreicht in diesen Zusammenhang jedoch, dass dies in der jüngeren Forschung längst der Fall ist. Bei Oetting allerdings findet er davon nichts, rechne dieser doch Missetaten der Sowjetarmee hoch, die der Wehrmacht herunter. Auch im Blick auf die Quellen, auf die sich Oetting stützt, zeigt sich Müller sehr skeptisch. Er hält dem Autor vor, im "selbstreferentiellen Raum einschlägig bekannter revisionistischer Publikationen" zu verharren. Insgesamt bietet diese Kriegsgeschichte in seinen Augen keinen Erkenntnisfortschritt, sondern Ressentiments.

Beliebte Bücher

Juli Zeh. Pony Show - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Juli Zeh: Pony Show
Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet…
Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Botho Strauß. Bleiben und Blicken. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Botho Strauß: Bleiben und Blicken
In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…