Leo XIII., der von 1878 bis 1903 im Amt war, war bei seinem Tod der älteste Papst der Kirchengeschichte. Eigentlich als Übergangskandidat gewählt, wurde seine 25-jährige Amtszeit doch in mehrfacher Hinsicht für die weitere Entwicklung prägend. Den Schwerpunkt legte er auf politische und gesellschaftliche Fragen: So profilierte er den Heiligen Stuhl als neutralen Vermittler zwischen den Staaten und als globale moralische Instanz. Durch die Enzyklika "Rerum Novarum" zur Arbeiterfrage begründete er die katholische Soziallehre. Man kann Leo XIII. auch als den ersten "Medienpapst" bezeichnen, insofern er die katholische Bevölkerung in den einzelnen Ländern bewusst für die Sache der Kirche einzuspannen suchte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2019
Rezensent Rene Schlott liest die erste vollständige Biografie über Papst Leo XIII. In deutscher Sprache mit großem Interesse. Was der Kirchenhistoriker Jörg Ernesti anhand von romanischen Quellen zusammenstellt, scheint Schlott zu überzeugen. Als Kind seiner Zeit, als erster diplomatisch vorgehender Papst, der in innereuropäischen Auseinandersetzungen vermittelte und Wilhelm II. Audienzen gab, tritt Leo dem Rezensenten aus diesem Buch entgegen. Aber auch als erster "Medienpapst", der sich auf Film bannen ließ, und engagierter Arbeitervertreter zeichnet der Autor diesen Papst, erklärt Schlott.
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