Anfang der 90er, zur Zeit der ersten Intifada, verbrachte Joe Sacco zwei Monate in Palästina. Seine eindrücklichen Erlebnisse hat er in dieser preisgekrönten Comic-Reportage verarbeitet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.01.2010
Um die Vorgeschichte des Nahostkonflikts zu studieren, greift Alex Rühle zu diesem neu aufgelegten Comic von Joe Sacco. Der Band besticht laut Rühle durch den Reportergestus, mit dem er von der Intifada Anfang der neunziger Jahre erzählt, wie auch seinen eigenen "Unglücksvoyeurismus" ("Es ist gut für den Comic!"). Eigene Erfahrungen in Palästina, eigene Ängste auch, fließen laut Rühle in das Buch, in die Zeichnungen ein, wenn der Autor von Enteignungen, Verhören und dem Alltag im Schatten der Intifada und von der Entstehung Israels erzählt. Was Rühle auffällt, ist zum einen das Mittel des Sarkasmus, dessen sich Sacco bedient, um einen Kontrast zu setzen zur tristen Szenerie, zum anderen erkennt er, wessen Schüler Sacco ist. Die monströsen Münder und Extremitäten der Figuren erinnern ihn doch stark an Robert Crumb.
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