Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen auf dem Gebiet der Republik Österreich 1939-1945

Cover: Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen auf dem Gebiet der Republik Österreich 1939-1945
Oldenbourg Verlag, München 2005
ISBN 9783486567991
Kartoniert, 414 Seiten, 58,80 EUR

Klappentext

Mit Beiträgen von Florian Freund, Bertrand Perz und Mark Spoerer herausgegeben von der Österreichischen Historikerkommission. In der vorliegenden Publikation wird im ersten Beitrag von Florian Freund und Bertrand Perz die Zahl der Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen auf dem Gebiet der Republik Österreich 1939-1945 ermittelt. Im zweiten Beitrag unternimmt Mark Spoerer den Versuch einer Schätzung der bis Mitte 2000 noch lebenden Männer und Frauen, die zwischen 1939 und 1945 als Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen auf dem Gebiet der Republik Österreich eingesetzt waren. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die betroffenen Menschen auf Grund speziell nationalsozialistischer Politik geschädigt wurden, das heißt aus rassistischen oder politischen Gründen verfolgt wurden, sonstigen Zwangsmaßnahmen unterworfen waren und vielfach von Krankheit und Tod bedroht waren. Von Zwangsarbeit im Nationalsozialismus ist dann zu sprechen, wenn außerökonomischer Zwang ausschlaggebend dafür war, dass eine Person arbeitete und zwar unabhängig von ihrem Beruf und ihren Fähigkeiten, sondern alleine abhängig von ihrer Herkunft (national, ethnisch, religiös).

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.05.2005

Als 1998 ein amerikanischer Staatsanwalt zwei in New York präsentierte Gemälde von Egon Schiele als mögliches Raubgut beschlagnahmen ließ, war die Empörung in Österreich zunächst groß, zeitigte aber bald positive Folgen, setzt uns Rezensent Rolf Steininger ins Bild. Das Land, das sich gern als "Erstes Opfer der Hitlerschen Aggression" betrachtet hatte, begann, sich mit den selbst verübten Untaten auseinanderzusetzen, wozu auch die Ausbeutung von Zwangsarbeitern gehörte. Florian Freund, Bertrand Perz und Mark Spoerer gehörten den Informationen des Rezensenten zufolge zu den wenigen, die bereits am Thema gearbeitet hatten, weshalb ihre Forschungen grundlegend für die eingesetzte internationale Historikerkommission wurden. Deren Ergebnisse liegen nun in Buchform vor. Steininger umreißt knapp die Faktenlage: Rund eine Million Zwangsarbeiter mussten in der österreichischen Landwirtschaft schuften, besonders aber in der Rüstungsindustrie: "580000 zivile Ausländer, 250.000 Kriegsgefangene, 55.000 ungarische Juden, 100.000 KZ-Häftlinge." Als nicht ganz richtig stellte sich allerdings ihre Zahl der Überlebenden dar, die noch Anspruch auf Entschädigung geltend machen könnten, korrigiert Steiniger: Statt der geschätzten 240.000 Menschen stellten 100.000 Anspruch auf Wiedergutmachung.

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