Joan Schenkar

Die talentierte Miss Highsmith

Biografie
Cover: Die talentierte Miss Highsmith
Diogenes Verlag, 2014
ISBN 9783257068986
Gebunden, 1070 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von R. Orth-Guttman. Die maßgebliche Biographie über das mysteriöse Leben und die phantastische Schöpferkraft von Patricia Highsmith. Minutiös recherchiert und außergewöhnlich vergnüglich zu lesen, mit einem Bildteil und vielen zeitgenössischen Dokumenten im Anhang. Das Standardwerk zum Ausnahmetalent unter den Kriminalschriftstellerinnen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.07.2015

Eine Biografie, die Patricia Highsmiths Leben und Werk gerecht wird, steht nach wie vor aus, bedauert Tobias Gohlis. Joan Schenkar konzentriere sich in "Die talentierte Miss Highsmith" leider auf Klatsch, der den Rezensenten nicht interessiert, dafür spare sie am historischen Kontext und interpretiere Highsmiths Werke, etwa den im Titel verwursteten Roman "Der talentierte Mr. Ripley", naiv psychologisch und auch sonst ziemlich oberflächlich, ereifert sich Gohlis. Wahrscheinlich ist dieses Buch nur aus dem Bedürfnis heraus entstanden, einer in den USA geborenen Schriftstellerin auch eine "amerikanische" Biografie zu verpassen, vermutet der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.03.2015

Jochen Schimmang ist sich nicht ganz sicher, woran Joan Schenkar in ihrer Highsmith-Biografie letzten Endes mehr gescheitert ist: an ihrem Ehrgeiz oder an ihrer Unfähigkeit, die selbstverschuldete Materialfülle zu bewältigen. Schimmang gibt sich als großer Verehrer der Thriller-Autorin zu erkennen, und was die Biografin Schenkar über die Highsmith zusammengetragen hat, will er schon wissen: Dass die Highsmith eine echte Südtstaaten-Rassistin gewesen ist, auf dümmliche Art antisemitisch, snobistisch, hartherzig, geizig, und so weiter. Aber auf 900 Seiten? Und dann auch noch, ohne etwas Substanzielles über ihre Werke zu liefern? Das ist Schimmang die Mühe nicht wert: Denn so gut Schenkar recherchiert hat, so löblich ihr Versuch ist, motivisch und nicht chronologisch zu erzählen, so wenig hat sie dem Rezensenten am Ende mit diesem Trumm von einer Biografie die Highsmith nähergebracht.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 14.02.2015

Als Pageturner bezeichnet Barbara Möller Joan Schenkars Biografie über Patricia Highsmith. Dass die Verfasserin für ihr Buch 8000 Tagebuchseiten ausgewertet hat, merkt man dem Buch laut Möller nicht an. Die Rezensentin meint das durchaus positiv, denn die autobiografischen Texte zeigen eine gallige, unsympathische Frau. Schenkar aber weckt bei Möller sogar Sympathien für die Schriftstellerin und fasziniert sie für "diese düstere Figur". Der Rezensentin scheint das originell. Und dass sie nun nicht mehr nur auf die Biografie von Andrew Wilson angewiesen ist, gefällt ihr.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.02.2015

Joan Schenkars Biografie der amerikanischen Autorin Patricia Highsmith ist kein reines Vergnügen, gesteht Sylvia Staude, zu langatmig, zu repetitiv findet die Rezensentin das 1000-seitige Konvolut. Vor allem macht ihr Schenkar nicht wirklich begreiflich, wie die Highsmith mit ihren Thrillern einen solchen Sog entfalten konnte, dass man sich einem solch amoralischen Charakter wie Tom Ripley einfach nicht entziehen kann. Aber mit welcher Wucht diese Biografie den hässlichen Charakter von Patricia Highsmith darlegt, die Misanthropie und Zwanghaftigkeit einer "verbitterten alten Auster", das rechnet Staude ihr ungern, aber hoch an.