Michaela Karl

"Ich würde so etwas nie ohne Lippenstift lesen."

Maeve Brennan. Eine Biografie

Klappentext

New York City, 1955. High Heels klackern auf der 5th Avenue. Im Kleinen Schwarzen, mit Perlenkette und Beehive ist Maeve Brennan auf dem Weg in den New Yorker. Sie ist ein Star ihrer Zeit, gefeierte Autorin und New Yorks Mode-Ikone. Ihr Leben ist perfekt. Doch ihr Lebensmotto lautet nicht umsonst: "Bis zum Chaos ist es nur ein kleiner Schritt ..." Irland und ihre revolutionären Eltern hat Maeve Brennan hinter sich gelassen, ebenso wie eine turbulente Affäre mit Charles Addams, dem Kopf hinter der Addams Family. Die Stelle als Moderedakteurin bei Harper's Bazaar in New York scheint ihr auf den Leib geschneidert zu sein, doch die exzentrische und messerscharf schreibende junge Frau steigt noch höher auf: zur landesweit bekannten Autorin des legendären New Yorkers. Alkohol und der Cary Grant der Journalistenszene locken sie ebenso wie das Verlangen nach einem selbstbestimmten Leben.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 01.04.2019

Katja Kullmann kann kaum glauben, dass bislang erst eine einzige Biografie über Maeve Brennan geschrieben wurde angesichts des bewegten Lebens der Schriftstellerin: als Kind eines nationalistischen Aktivistenpaares in 1917 in Irland geboren und als Teenager in die USA gekommen, wohin ihr Vater als Diplomat entsandt wurde, entwickelte sich Brennan Mitte des 20. Jahrhunderts als Autorin und Kolumnistin für Harper's Bazaar und den New Yorker zu einer luziden Beobachterin, freigeistigen Feministin und begehrten Junggesellin, fasst die Rezensentin zusammen. Die Politologin und Historikerin Michaela Karl erzählt das alles wunderbar pointiert und zieht sogar unaufdringlich aktuelle Bezüge, denn Brennans Kolumnenthemen - Geschlechterdiskurs, Gentrifizierung, prekäre Kreative - haben auch heute noch Relevanz, stellt Kullmann fest und zitiert: "Maeve ist das, was man heute eine Influencerin nennen würde."